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5 (1827)
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224
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224 Dr. M. Luthers Sermon von Bereitung z. Sterben n.

Bilde, dich nicht entsetzest. Er legt darzu deine Sünde, deinenTod, deine Hölle nuf seinen liebsten Sohn, und überwindet sie dir,machet sie dir unschädlich. Er läßt darzu deine Anfechtung derSünde, des Todes, der Hölle auch über seinen Sohn geben, unddich darinn zu kalten lehret, und sie unschädlich, dazu traglich ma-chet. Er gibt dir deß alles ein gewiß Wahrzeichen, daß du ja nichtdaran zweifelst, nemlich die heiligen Sacramenta. Er befihlet sei-nen Engeln, allen Heiligen, allen Ereaturen, daß sie mit ihm aufdich sehen, deiner Seelen wahrnehmen, und sie empfahen. Er ge-beut, du sollst solches von ihm bitten, und der Erhörung gewißseyn. Was kann oder soll er mehr thun?

Darum siehest du, daß er ein wahrer Gott ist, und rechte,grosse, göttliche Werckc mit dir wircket. Warum sollt er dir nichtetwas grosses auflegen, (als das Sterben ist,) wenn er so grosseVortheil, Hülfe und Stärcke darzu thut, auf daß er versuche, wasseine Gnade vermag? Wie geschrieben stehet, Ps. 111, 2- DieWercke Gottes sind groß und auserwählet nach alle seinem Wohl-gefallen. Derhalben muß man zusehen, daß man ja mit grossenFreuden des Hertzens dancke seinem göttlichen Willen, daß er mituns wider den Tod, Sünde und Hölle, so wunderliche, reichlicheund unermeßliche Gnade und Barmhertzigkeit übet, und sich nichtso sehr vor dem Tode fürchten, als seine Gnade preisen und lieben.Denn die Liebe und das Lob das Sterben gar sehr leichtert, wie ersaget durch Esaiam 48, 9: Ich will zäumen deinen Mund mitmeinem Lobe, daß du nicht untergehest. Das helfe uns Gott, Amen.

Dr. Mark. Luthcrs kurtze Vermahnung zur Beichte.Anno 1529.

on der Beichte haben wir allezeit also gelehrct, daß sie solle freyseyn, und des Pabsts Tyranney niedergeleget, daß wir alle seinesZwangs los sind, und befrcyet von der unerträglichen Bürde undLast, der Christenheit aufgelegt. Denn kein schwerer Ding bishergewesen ist, wie wir alle versucht haben, denn daß man jedermannzu beichten gezwungen, bey der höchsten Todsünde, darzu dassclbigeso hoch beschweret hat, und die Gewissen gemartert mit so mancher-ley Sünden zu erzehlen, daß niemand hat können rein gnug deich-