Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
221
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Dr. M. Luthers Sermon von Bereitung z. Sterbenrc. 221

sey mir gewiß und wahrhaftig in diesen seinen Zeichen und Zusa-gen. Ich sey sein unwürdig oder nicht, so bin ich ein Glied derChristenheit, nach Laut und Anzeigung dieses Sacraments. Es istbesser, ich sey unwürdig, denn daß Gott nicht wahrhastig gehaltenwerde; hebe dich Teufel, so du mir anders sagest.

Und stehe, man findet Leute, die gerne wollten gewiß seyn,oder ein Zeichen vom Himmel haben, wie sie mit Gott dran waren,und ihre Versehung wüßten. Und wenn sie gleich ein solch Zeichenüberkamen, und sie doch nicht glauben, was hilft sie es? Was hül-fen alle Zeichen ohne Glauben? Was halfen den Jüden Christiund der Apostel Zeichen? Was helfen noch heute die hochwürdigenZeichen der Sacramenten und Worte Gottes? Warum halten siesich nicht an die Sacramenta, welche gewisse und eingesetzte Zeichensind, durch alle Heiligen probiret und versucht, gewiß erfunden allendenen, die geglaubel haben, und überkommen alles, was sie zeigen?

Also sollten wir die Sacramenta lernen erkennen, was sie sind,wozu sie dienen, wie man ihr brauchen soll; so finden wir, daßnicht grösser Ding auf Erden sey, das betrübte Hertzen und böseGewissen lieblicher trösten mag. Denn in Sacramenten sind Got-tes Wort; die dienen dazu, daß sie uns Christum zeigen und zu-sagen mit alle seinem Gute, das er selbst ist, wider die Sünde,Tod, Hölle. Nun ist nicht lieblicher begierlichere Dinge zu hören,denn Sünde, Tod, Hölle zu vertilgen. Das geschieht durch Chri-stum in uns, so wir des Sacraments recht brauchen.

Der Brauch ist nichts anders, denn glauben, es sey also, wiedie Sacramenta durch Gottes Wort zusagen und verpflichten. Dar-um ist noth, daß man nicht allein die drey Bilde in Christo ansehe,und die Gegenbilde damit austreibe und fallen lasse, sondern, daßman ein gewiß Zeichen habe, das uns versichere, es sey also unsgegeben. Das sind die Sacramenta.

Zum achtzehnten; Soll kein Christenmensch an seinem Endezweifeln, er sey nicht allein in seinem Sterben, sondern gewiß seyn,daß, nach Anzeigung des Sacraments, auf ihn gar viel Augen se-hen. Zum ersten, Gottes selber und Christi, darum, daß er sei-nen Worten glaubet, und seinen Sacramenten anhanget. Darnachdie lieben Engel, die Heiligen und alle Christen. Denn da ist keinZweifel, wie das Sacrament des Altars weiset, daß die allesamt,als ein gantzer Körper zu seinem Gliedmaß, zulauffen, helfen ihmdie Sünde, Tod, Hölle überwinden, und tragen alle mit ihm. Dagehet das Werck der Liebe und Gemeinschaft der Heiligen im Ernstund gewaltiglich.