220 Dr. M. Luthers Sermon von Bereitung z. Sterben :c.
Was wäre das vor ein Seligmacher oder Gott, der uns nicht möchteoder wollte von Sünde, Tod, Hölle, selig machen? Es muß großseyn, was der rechte Gott zusaget und wircket. So kömmt dennder Teusel, und bläst dir ein: Ja, wie wenn ich denn die Sacrg-niente hätte unwürdig empfangen, mich durch meine Unwürdigkeitsolcher Gnade beraubet? Hie mache das Eceutz vor dich, laß dichWürdigkeit oder Unwürdigkeit nichts anfechten, schau nur zu, daßdu glaubest, es seyn gewisse Zeichen, wahre Worte Gottes, so bistdu und bleibest wohl würdig. Glaube machet würdig, Zweifelmachet unwürdig.
Darum will der böse Geist dir an der Würdigkeit oder Un-würdigkeit fürwenden, daß er dir einen Zweifel, und dadurch dieSacramenta mit ihren Wcrcken zunichte und Gott in seinen Wor-ten einen Lügner mache. Gott gibet dir um deiner Würdigkeitwillen nichts, er bauet auf sein Wort und Sacrament, auf deineWürdigkeit nicht, sondern aus lauter Gnaden bauet er dich Unwür-digen auf sein Wort und Zeichen. Daran halt nur veste, undsprich: Der mir sein Zeichen und Wort gibt und gegeben hat, daßChristi Leben, Gnade und Himmel, meine Sünde, Tod, Höllemir unschädlich gemachet hat» der ist Gott, wird mir die Dingewohl halten. Hat mich der Priester absolviret, so verlasse ich michdarauf, als aufGortes Wort selber. Sind es denn Gottes Worte, so wirdes wahr seyn; da bleibe ich auf, da sterbe ich auf. Denn du sollsteben so veste trauen aus des Priesters Absolution, als wenn dirGott einen besondern Engel oder Apostel sendete, ja als ob dichChristus selbst absolvirete.
Zum siebenzehenten. Siehe, einen solchen Vortheil hat der,der die Sacramente erlanget, daß er ein Zeichen und Zusage Gotteserlanget, daran er seinen Glauben üben und stärcken mag, er seyin Christi Bilde und Güter beruffen, ohn welche Zeichen die andernallein im Glauben arbeiten, und sie mit der Begierde des Hertzenserlangen, wiewohl sie auch erhalten werden, so sie in demselbenbestehen.
Also sollst du auch sagen über dem Sacrament des Altars:Hat mir der Priester gegeben den heiligen Leichnam Christi, dasein Zeichen und Zusagen ist der Gemeinschaft Christi und aller En-gel und Heiligen, daß sie mich haben, für mich sorgen, bitten, undmit mir leiden, mich stärcken, meine Sünde tragen, Hölle über-winden, so wird, es muß also seyn-, das göttliche Zeichen treugelmich nicht» und laß mirs nicht nehmen. Ich wollte eher alle Weltund mich selbst verleugnen, ehe ich daran zweifelte, mein Gott der