Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
219
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Dr, M. Suchers Sermon von Bereitung z. Sterben?c. 219

Worte Gottes, durch einen Priester gesprochen, gar ein grosser Trostsind, und gleich ein sichliglich Zeichen göttlicher Meynung, daranman sich halten soll mit einem vesten Glauben, als an einen gutenStab, damit Jacob, der Patriarch, durch den Jordan ging, I.Mos.32, 10., oder als eine Latern, darnach man sich richten und einAuge aufhaben soll mit allem Fleiß, durch den finstern Weg desTodes, Sünde und Hölle, wie der Prophet saget, Pf, 119, 105:Dein Wort Herr, ist ein Licht meiner Füsse. Und St. Petrus,2. Epist, 1, 19-- Wir haben ein gewisses Wort Gottes, und ihrthut wohl daran, so ihr sein wahrnehmet. Es mag sonst nichtshelfen in Todesnöthen. ' Denn mit dem Zeichen werden alle erhal-ten, die erhalten werden, es weiset auf Christum und sein Bild,daß du magst wider des Todes, Sünde und Hölle Bild sagen - Gotthat mir zugesagt, und ein gewiß Zeichen seiner Gnaden in den Sa-kramenten gegeben, daß Christi Leben meinen Tod in seinem Todüberwunden habe, sein Gehorsam meine Sünde in seinem Leidenvertilget, seine- Liebe meine Hölle in seinem Verlassen zustöret habe.Dieses Zeichen, solch Zusagen meiner Seligkeit, wird mir nicht lü-gen noch trügen; Gott hat es gesaget, Gott mag nicht lügen, wedermit Worten noch Wercken. Und wer also pocht und sich auf dieSacramenta stöhnet, deß Erwahlung und Versehung wird sich selbst,ohne seine Sorge und Mühe, wohl finden.

Zum sechzehnten: Hie lieget nun die allergrösseste Macht an,daß man die heiligen Sacramenta , in welchen eitel Gottes Wort,Zusagen, Zeichen geschehen, hoch achte, in Ehren halte, sich daraufverlasse. Das ist, daß man weder an den Sacramenten, noch andenen Dingen, derer sie gewisse Zeichen sind, nicht zweifele; denn,wo daran gezweifelt wird, so ist es alles verloren. Denn, wie wirglauben, so wird uns geschehen, als Christus saget, Matth. 15,23.Was hilsts, daß du dir fürbildest und glaubest, die Sünde, derTod, die Hölle der andern sey in Christo überwunden, wenn dunicht auch glaubest, daß deine Sünde, dein Tod, deine Hölle dirda überwunden und vertilget sey, und also erlöset seyst? So wäredas Sacrament gar umsonst, dieweil du nicht glaubest die Dinge,die dir daselbst angezeiget, gegeben und versprochen werden.

Das ist aber die grausamste Sünde, die geschehen mag, durchwelche Gott selber in seinem Wort, Zeichen und Werck als einLügner geachtet wird, als der etwas rede, zeuge, zusage, das ernicht meyne, noch halten wolle. Derohalben ist nicht zu schimpffenmit den Sacramenten, es muß der Glaube da seyn, der sich daraufverlasse und fröhlich wage in solche Gottes Zeichen und Zusagen.