214 Dr. M. Luthers Sermon von Bereitung z. Sterben :c.
mit ihnen zu fecbten und sie auszuweiden; ja, wo sie alleine sind,ohne Durchsehen in andere Bilde, gehören sie nirgend hin, dennin die Hölle unter die Teufel. Wer nun wohl mit ihnen fechtenwill und sie austrciben, dem wird nicht genug seyn, daß er sichmit ihnen zerre und schlage oder ringe; denn sie werden ihm zustarck seyn und wird arger und arger. Die Kunst ists gantz undgar, sie fallen lassen und nicht mit ihnen handeln. Wie gehet aberdas zu? Es gehet also zu.- Du mußt den Tod in dem Leben, dieSünde in der Gnaden, die Hölle im Himmel ansehen und dichvon dem Ansehen oder Blick nicht lassen treiben, wenn dir es gleichalle Engel, alle Ereaturen, ja, wenn es auch dich dünckt, Gottselbst anders vorlegen, das sie doch nicht thun; aber der böseGeist machet einen solchen Schein. Wie soll man denn thun?
Zum zehentnr: Du mußt den Tod nicht in ihm selbst, nochin dir oder deiner Natur, noch in denen, die durch Gottes Zorngetödtet sind, die der Tod überwunden hat, ansehen oder betrach-ten, du bist anders verloren und wirst mit ihnen überwunden;sondern deine Augen, deines Hertzens Gedancken und alle deineSinnen gewaltiglich kehren von demselben Bilde, und den Todstarck und emsig ansehen nur in denen, die in Gottes Gnadengestorben und den Tod überwunden haben, vornehmlich in Christo,darnach in allen seinen Heiligen. Siehe, in diesen Bilden wird dirder Tod nicht erschrecklich noch greulich, ja verachtet und getödtetund im Leben erwürget und überwunden seyn. Denn Christusist nichts, denn eitel Leben, Trost und Seligkeit; je tiefer undvester du dir das Bild einbildest und anstehest, je mehr des TodesBilde abfallet und von ihm selbst verschwindet, ohn alles zerrenund streiten, und hat also dein Hertz Friede und mag mit Christound in Christo geruhlich sterben, wie in der Offenb. 14, 13,stehet: Selig sind, die in dem Herrn Christo sterben. Das istbedeut 2. Mos. 21, 6, S, da die Kinder von Israel von den feu-rigen Schlangen gebissen waren, nicht sich mit denselben Schlan-gen zerren, sondern die todte eherne Schlange mußten ansehen, !da sielen die lebendigen von ihnen selbst ab und vergingen. Alsomußt du dich mit dem Tode Christi allein bekümmern, so wirstdu das Leben finden; und wo du den Tod anderswo anstehest, sotödtet er dich mit grosser Unruhe und Pein. Darum saget Chri-stus, Joh. IS, 33: In der Welt (das ist, auch in uns selbst,)werdet ihr Unruhe haben, in mir aber den Friede.
Zum eilften: Also mußt du die Sünde nicht ansehen in denSündern, noch in deinem Gewissen, noch in denen, die in Sün-