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5 (1827)
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212
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212 Dr. M. Luthers Sermon von Bereitung z. Sterben:c.

und ewigen Verdammniß. Nun wachst ein jegliches dieser dreyen,und wird groß und starck aus seinen Zusätzen.

Der Tod wird groß und erschrecklich, daß die blöde, verzagteNatur dasselbe Bild zu tief in sich bildet, zu sehr vor Augen hat.Dazu schüret nun der Teufel, auf daß der Mensch das greulicheGeberde und Bilde des Todes tief betrachte, dadurch bekümmert,weich und zaghaftig werde. Denn da soll er wohl alle schreckliche,jahlinge, böse Tode vorhalten, die ein Mensch je gesehen, ge-höret oder gelesen hat, daneben mit einwickeln den Zorn Gottes,wie er vorzeiten hie und da die Sünder geplaget und verderbethat: damit er die blöde Natur zur Furcht des Todes und zurLiebe und Sorge des Lebens treibe, dadurch der Mensch, zu vielbeladen mit solchen Gedancken, Gottes vergesse, den Tod flieheund hasse, und also Gott am letzten Ende ungehorsam erfundenwerde und bleibe. Denn je tiefer der Tod betrachtet, angesehenund erkannt wird, je schwerer und gefahrlicher das Sterben ist.Im Leben sollte man sich mit des Todes Gedancken üben, undzu uns fordern, wenn er noch ferne ist und nicht treibet. Aberim Sterben, wenn er von ihm selbst schon alzu starck va ist, istes gefahrlich und nichts nütze. Da muß man sein Bild ausschla-gen und nicht sehen wollen, wie wir boren werden. Also hat derTod seine Kraft und Starcke in der Blödigkeit unsrer Natur undin seinem unzeitigen zu viel Ansehen und Betrachten.

Zum siebenten: Die Sünde wachst und wird groß, auchdurch ihr zuviel Ansehen und tief Bedencke». Da hilft zu dieBlödigkeit unsers Gewissens, das sich selbst vor Gott schämet undgreulich strafet. Da hat denn der Teufel ein Bad funden, daser suchet; da treibet er, da machst er die Sünde so viel und groß;da soll er alle die fürhalten, die je gesündiget haben, und die vielmit wenigern Sünden verdammt sind, daß der Mensch aber mußverzagen, oder unwillig werden, zu sterben, und also Gottes ver-gessen und ungehorsam erfunden bleiben bis in den Tod. Son-derlich, dieweil der Mensch meynet, er müsse die Sünde alsdennbetrachten, und thue wohl, recht und nützlich daran, daß er da-mit umgehe. Also findet er sich denn unbereit und ungeschickt,so sehr, daß auch alle seine guten Wercke zu Sünden wordensind, aus dem denn muß folgen ein unwillig Sterben, Ungehor-sam Gottes Willens und ewiges Verdammniß. Denn, die Sündetief betrachten, hat da keinen Fug, noch Zeit, das soll man inder Zeit des Lebens thun. Also verkehret uns der böse Geistalle Dinge; am Leben, da wir sollten des Todes, der Sünde, der