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Dr. Martin Luthers tröstliches Büchlein in aller Widerwartigkeit eines jeglichen Christgläubigen MenscheinSchreiben an Churfürst Friedrich zu Sachsen ?e.Anno 1520.
Dem Durchlauchtigsten, Hochgebornen Fürsten und Herrn, Herrn Fric-derich, Herzogen zu Sachsen, des H. Römischen Reichs Ertzmarschall,Churfürsten und in Landen der Sachsischen Rechte, und an Enden, inseiner Churfürst!. Gn, Vicariat gehörend, Vicarien, Landgrafenin Thüringen und Marggrafen zu Meisten, feinemgnädigsten Herrn.
Unser allerlieblichster Seligmacher, Durchlauchtigster, HochgebornerChurfürst und Gnädigster Herr, hat uns allen geboten, die Kranckenzu besuchen, die Gefangnen ledig zu machen, und alle Wercke derBarmbertzigkeit gegen unsern Nächsten getreulich zu erfüllen, wiedenn Christus, unser Herr, selbst zuvor mit dem Vorbilde seinerwundersamen Liebe, solches zu beweisen und anzuzeigen, aus demSchoos des allerhöchsten Vaters herabgestiegen ist, sich in unsereGefängniß gesencket, unsere Schwachheit angenommen, und inunsern Sünden gedienet und gearbeitet hat, wie er sagt, Es. am43, 24: Du hast gemacht, daß ich in deinen Sünden gedienet ha-be, und mir eine Arbeit in deinen Ungerechtigkeiten gegeben. Undwer diß allerlieblichste, holdseligste und freundlichste Vorbild undallerheilwartigste Gebot verschmähet, wird billig am Jüngsten Tagehören, Matth. 23, 41. 42. 43: „Gehet ihr Vermaledeyeten, indas ewige Feuer. Ich bin schwach oder kranck gewest, und ihrhabt mich nicht besuchet!" als einer, der mit der allerbösestcn Un-danckbarkeit verkehrer ist, und Christo, dem Herrn, in seinem Näch-sten aufs wenigste in einem geringen Theil das nicht erzeiget, daser von unserm Herrn Christo mit so grosser Vollkommenheit derBarmbertzigkeit empfangen hat.
Aus dieser Ursache habe ich mich erstlich unterstanden, E. C.F. Gn. meinen Dienst und Gebühr dieser Besuchung zu bereite»,darum, daß ich ohne die Schuld und Maale der Undanckbarkeitdiese Form und Gestalt meines Herrn Christi, das ist E. C. F. Gn.Kranckheit, in keine Wege kann und mag übergehen, mit welcher