Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
160
Einzelbild herunterladen
 

l60 Dr. Martin Luthers tröstliches Büchlein w.

Gottes Hand meinen Herrn angegriffen und berühret hat, und kannmich nicht stellen, als hörete ich Gottes Stimme nicht, die mir ausdem Leichnam und Fleisch E. C. F. Gn. zuschceyet und spricht:Ich bin kranck. Denn ein Christenmensch ist nicht kranck, wenner kranck ist, sondern Christus, unser Herr und Seligmacher selbst,in welchem der Christliche Mensch lebet, Gal. 2, 20., wie denn derHerr Christus selbst sagt, Matth. 25, 40: Was ihr meiner Kleine-sten einem gethan habt, das habt ihr mir gethan. Und wiewohlman diß Gebot Christi, unsers Herrn und SeligmacherS, die Kran-cken besuchen und trösten, als das allergemeineste Gebot, gegen alleMenschen hallen muß: so muß man es doch mehr in den Be-wandten des Glaubens, wie es auch St. Paulus unterscheidet, undam allermeisten in unsern Freunden und Nächsten beweisen, übenund halten. Gal. 6, 10.

Zudem, daß ich zusamt allen Leuten, E. C. F. Gn. in ihremChurfürstenthum, Fürstenthümern und Herrschaften Seßhaften undUnterthanen, schuldig bin, nicht allein mit E. C. F. Gn. ein Mit-leiden zu tragen, mit zu krancken und alle E. C. F. Gn. Beschwe-rung mit zu ertragen, als mit unserm Haupte, in welchem alleunser Heil, Verwaltung und Wohlfahrt stehet, wie die heiligeSchrift von dem Naeman von Syrien saget, 2. Kon. 5, 1., daßder Herr durch ihn dem gantzen Königreiche zu .Syrien das Heilund die Seligkeit gegeben hat, ja, derhalben die gantzs Versamm-lung und Commun des H. Römischen Reichs, und der ChristlichenKirche, E. C. F. Gn. dienst danck- und liebpflichtig ist, auf dieallermannigiichen Augen, Gedancken und Hertzen achtung haben,als aus einen getreuen Vater des Vaterlandes Deutscher Nation,und eine einige tröstliche Zuflucht des gantzen heil. RömischenReichs.

Wir seyn auch nicht allein berührte unterthanige Dienste E.C. F. Gn. zu erzeigen schuldig und mit E- C. F. G. ein demü-thiges Mitleiden zu haben, sondern auch, Gott den Herrn zu bit-ten, E- C. F. Gn. Gesundheit und Leben zu erhalten, uns allenzu Heil, Gut und glückseliger Wohlfahrt, welches ich auch hoffe,daß es von manniglich fleisstg und treulich geschieht. Aber ich, derich mich billig für E. C. F. G. Schuldmann aus viel Ursachen er-kennen soll, bekenne, billig zu seyn, daß ich E. C. F. Gn. einemehrere Unterthanigkeit vor andern erzeige, meine Gebühr und Zie-mung zu beweisen. Als ich aber das nach Betrachtung meinerArmuth und Dürftigkeit nicht möchte finden, hat mich endlich meinliebster Freund, Gcorgius Spalatinus, E. C. F. Gn. Capellan,