Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
143
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Dr. M. Luthers einfältige Weise zu beten, ?c. 143

hertzlicher Zuversicht darnach thun. Behüte ja mein Hertz, daßich nicht mehr so vergessen und undanckbar werde, keine andereGötter noch Trost auf Erden, noch in allen Creaturcn suche, son-dern allein rein und fein an dir, meinem einigen Gott, bleibe.Amen, lieber Herr Gott Vater, Amen.

Darnach (so ich Weil oder Zeit habe) das andere Gebotauch also ins gevierte gedrehet auf diese Weise:

Dao andere Gebor.

Du sollt den Namen des Herrn, deines Gottes, nichtmißb rauchen.

Erstlich lerne ich, daß ich Gottes Namen soll herrlich, heiligund schön halten, nicht darbey schwören, fluchen, lügen, nichthoffartig seyn, noch eigene Ehre oder Namen suchen, sonderndemüthiglich seinen Namen anrüsten, anbeten, preisen und rüh-men, und lassen das alle meine Ehre und Ruhm seyn, daß ermein Gott ist, und ich seine arme Ereatur und unwürdiger Knechtbin. Zum andern dancke ich der herrlichen Gaben, daß er mirseinen Namen offenbaret und gegeben hat, daß ich mich seinesNamens rühmen kann und nennen lasse Gottes Diener, Erea-tur ?c., daß sein Name meine Zuflucht ist, wie eine veste Burg(als Salomon sagt, Sprüchw. 18, 10.), zu welcher fleucht derGerechte, und wird beschirmet. Zum dritten beichte und bekenneich meine schandliche, schwere Sünde, wider diß Gebot mein Leb-tag gethan, da ich seinen heiligen Namen nicht allein unangeruf-fen, ungerühmet und ungeehret gelassen habe, sondern glich un-danckbar für solche Gabe gewesen bin, und derselben zu allerlevSchanden und Sünden mißbraucht habe init schwören, lügen,trügen w., daß mir leid ist und bitte um Gnade und Verge-bung ?c. Zum vierten bitte ich um Hülfe und Starcke, daß ichhinfort solch Gebot wohl lernen wöge, und behüte mich für sol-cher schändlicher Undanckbarkeit, Mißbrauch und Sünden widerseinen heiligen Namen, sondern, daß ich danckbar erfunden werdeund in rechter Furcht und Ehre seines Namens.

Und wie ich droben gesagt habe im Vater Unser, also ver-mahne ich abermal; ob der Heilig- Geist unter solchen Gedan-cken käme, und ansinge, in dein Hertz zu predigen, mit reichen,,erleuchteten Gedancken: so thue ibm die Ehre, laß diese gefasscte