Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
139
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Dr. M. Luthers einfältige Weise zu beten,

tc.

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geschenckt. Vergib auch all unsern Feinden, und allen, die unsLeid oder Unrecht thun, wie auch wir ihnen von Hertzen vergeben;denn sie thun ihnen selbst damit das gröste Leid, daß sie dich anuns erzürnen und uns mit ihrem Verderben nichts geholfen ist,sondern sie viel lieber mit uns wollten selig sehen. Amen. Undwer hie sich fühlet, daß er nicht wohl vergeben kann, der magum Gnade bitten, daß er vergeben könne; aber das gehöret indie Predigt.

Die sechste B i c c e.

Und führe uns nicht in Versuchung; und sprich: Ach, lieberHerr Gott Vater, erhalte uns wacker und frisch, hitzig und flei-ßig in deinem Wort und Dienst, daß wir nicht sicher, faul undtrage werden, als hatten wirs nun alles, damit uns der grim-mige Teufel nicht erschleiche und übereile, und nehme uns wiederdein liebes Wort, oder richte Zwietracht und Rotten unter unsan, oder führe uns sonst in Sünde und Schande, beyde, geist-lich und leiblich, sondern gib uns durch deinen Geist Weisheitund Kraft, daß wir ihm ritterlich widerstehen und den Sieg be-halten. Amen.

Die siebente Bitte.

Sondern erlöse uns von dem Uebel; und sprich: Ach, lieberHerr Gott Vater, es ist doch dieses elende Leben so voll Jam-mers und Unglücks, Unsicherheit, so voll Untreu und Bosheit(wie St. Paulus sagt: Die Tage sind böse), daß wir billig desLebens müde und des Todes begierig seyn sollten. Aber du, lie-ber Vater, kennest unsere Schwachheit, darum hilf uns, durchsolche mannigfaltige Uebel und Bosheit sicher fahren, und wenndie Zeit kömmt, gib uns ein gnadiges Stündlein und seligen Ab-schied von diesem Jammerthal, daß wir vor dem Tode nicht er-schrecken noch verzagen, sondern mit bestem Glauben unsere See-len in deine Hände befehlen. Amen.

Zuletzt mercke, daß du mußt das Amen allewege starck ma-chen, und nicht zweifeln, Gott höre dir zu gewißlich mit allenGnaden, und sage Ja zu deinem Gebet, und dencke ja, daß dunicht alleine da kniest und stehest, sondern die gantze Christenheit