158 Dr. M. Luthers einfältige Weise zu bete», n.
hierinnen erkennen, prüfen und erfahren; wehre aber denen, sovon ihrem Wüten, Toben, Hassen, Dränen und bösen Willen,Schaden zu thun, nicht ablassen wollen, und mache ihren Rath,böse Anschlage und Practicken zunicht und zu schänden, daß übersie selbst ausgehe, wie Ps. 7, 15, singt. Amen.
Die vierte B i c r e.
Unser taglich Brod gib uns heute; und sprich: Ach, lieberHerr Gott Vater, gib auch deinen Segen in diesem zeitlichen,leiblichen Leben. Gib uns gnadiglich den lieben Frieden. Behütuns vor Krieg und Unfriede. Gib unserm lieben Herrn KäuferGlück und Heil wider seine Feinde. Gib ihm Weisheit und Ver-stand, daß er sein irdisch Reich ruhiglich und glückseliglich regiere.Gib allen Königen, Fürsten und Herren guten Rath und Willen,ihre Lande und Leute in Stille und gutem Recht zu erhalten, son-derlich hilf und leite unsern lieben Landsherrn N., unter deß Schutzund Schirm du uns bewahrest, daß er vor allem Uebel behütet, vorfalschen Zungen und untreuen Leuten sicher und seliglich regiere.Gib allen Unterthanen Gnade, treulich zu dienen und gehorsam, zu seyn. Gib allen Standen, Bürgern und Bauern, daß siefromm werden und einander Liebe und Treue erzeigen. Gibgnadiges Wetter und Früchte der Erden. Befehl dir auch Haus,Hof, Weib und Kind; hilf daß ich sie wohl regiere und Christlichernähre und erziehen möge. Wehre und steure dem Verderbenund jallen bösen ^Engeln, dieZ hierinne Schaden und Hindernißthun. Amen.
Die fünfte Dirre.
Verlaß uns unsre Schuld, als wir verlassen unsern Schul-digern; und sprich: Ach, lieber Herr Gott Vater, gehe nichtmit uns ins Gericht, denn vor dir ist kein lebendiger Mensch ge-recht. Ach, rechne uns auch nicht zur Sünde, daß wir leider soundanckbar sind für alle deine unaussprechliche Wohlthat, geistlichund leiblich, und daß wir taglich vielmal straucheln und sündigen,mehr, denn wir wissen und mercken können, Ps. 19, 18. Abersiehe du nicht an, wie fromm oder böse wir sind, sondern deinegrundlose Barmhertzigkeit, in Christo, deinem lieben Sobn, uns