Dr. M, LuthcrS einfältige Weise zu bete», zc. 1Z7
mißbrauchen, schänden und entehren und die armen Leute zuverführen. Amen.
Die andere Birce.
Dein Reich komme, und sprich: Ach, lieber Herr GottVater, du siehest, wie nicht allein der Welt Weisheit und Ver-nunft deinen Namen schändet und deine Ehre der Lügen unddem Teufel gibt, sondern alle ihre Gewalt, Macht, Reichthumund Ehre, die du auf Erden ihnen gegeben hast, weltlich zu re-gieren und dir damit zu dienen, wider dein Reich setzt und strebt.Sie sind groß, machtig und viel, dick, fett und satt, und plagen,hindern, verstören den geringen Haufen deines Reichs, die schwach,veracht und wenig sind, wollen sie auf Erden nicht leiden, mey-nen gleichwol, damit dir einen grossen Gottesdienst zu thun. Lie-ber Herr Gott Vater, hie bekehre und wehre. Bekehre, die nochsollen Kinder und Glieder deines Reichs werden, daß sie mit unsund wir mit ihnen dir in deinem Reich in rechtem Glauben undwahrhaftiger Liebe dienen, und aus diesem angefangenen Reichin das ewige Reich kommen; wehre aber denen, so ihre Machtund Vermögen nicht wollen abkehren lassen von deines ReichsVerstörung, daß sie, vom Stuhl gestürtzt und gedemüthiget, ab-lassen müssen. Amen.
Die dricre Birce.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden;und sprich: Ach lieber Herr Gott Vater, du weissest, wie dieWelt, wo sie nicht kann deinen Namen gantz zunichte machenund dein Reich gantz vertilgen: so gehen sie doch Tag und Nachtmit bösen Tücken um, treiben viel Räncke und seltsamer An-schlage, halten Rath, raunen zusammen, trösten und starcken sich,brauen und sprüen, gehen voll alles böses Willens wider deinenNamen, Wort, Reich und Kinder, wie sie dieselben umbringen.Darum, lieber Herr Gott Vater, bekehre und wehre. Bekehre,die deinen guten Willen noch erkennen sollen, daß sie mit unsund wir mit ihnen deinem Willen gehorsam seyn, und darüberalles Uebel, Creutz und Widerwärtigkeit gern, geduldig und fröh-lich leiden, und deinen guten, gnadigen, vollkommenen Willen