Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
76
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Auswahl aus den Briefen Lachers.

Das thue ich darum -

1) Daß sie mich als ein fromm, treue, ehrliches Gemahl alle-zeit lieb, werth und schön gehalten, und mir durch reichenGottessegen fünf lebendige Kinder (die noch vorhanden,Gott gebe, lange), geboren und gezogen hat.

2) Daß sie die Schuld, so ich noch schuldig bin (wo ich sienicht bey Leben ablege), auf sich nehmen und bezahlen soll,welche mag seyn, ohngefahr mir bewußt, 45V Fl., mögensich vielleicht wohl mehr finden.

3) Und allermeist darum, daß ich will, sie müsse nicht den Kin-dern, sondern die Kinder sollen ihr in die Hände sehen, siein Ehren halten und unterworfen seyn, wie Gott gebotenhat.

Denn ich wohl gesehen und erfahren, wie der Teufel widerdiß Gebot die Kinder hetzet und reitzet, wenn sie gleich frommsind, durch böse und neidische Mauler, sonderlich wenn die Müt-ter Wittwen sind, und die Söhne Ehefrauen und die TöchterEhemanner kriegen, und wiederum socru-> nurum, nnrus «ocrum.Denn ich halte, daß die Mutter werde ihrer eigenen Kinder derbeste Vormund seyn, und solch Gütlein und Leibgedinge nichtzu ihrem Schaden oder Nachtheil, sondern zu Nutz und Besse-rung brauchen, als die ihr Fleisch und Blut sind, und sie unterihrem Hertzen getragen hat.

Und ob sie nach meinem Tode genöthiget, oder sonst verur-sachet würde, (denn ich Gott in seinen Wercken und Willen keinZiel setzen kann), sich zu verändern- so vertraue ich doch, undwill hiermit solches Vertrauen haben, sie werde sich mütterlichgegen unser beyder Kinder halten, und alles treulich, es sey Leib-geding oder ander, wie recht ist, mit ihnen theilen.

Und bitte auch hiermit unterthäniglich meinen gnadigstenHerrn Herzog Johann Friedrichen, Churfürstl. Sächs. Gn. woll-ten solche Begabung und Leibgedinge gnädiglich schützen und hand-haben.

Auch bitte ich, alle meine guten Freunde wollten meiner lie-ben Kethen Zeugen seyn, und sie entschuldigen helfen, wo etlicheunnütze Mäuler sie beschweren, oder verläumbden wollten, alssollte sie etwa eine Baarschaft hinter sich haben, die sie den ar-men Kindern entwenden oder unterschlagen würde. Ich bin deßZeuge, daß da keine Baarschaft ist, ohne die Becher und Kleinod,droben im Leibgedinge erzehlet. Und zwar kann solches die Rech-nung bey jedermann öffentlich geben, weil man weiß, wie viel