Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
75
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Auswahl aus den Briefen Luthers.

einen euch liebenden Christuni, und durch denselben einen gnädi-gen Vater, den Herrn, und viele geistliche Gaben, die auch nachunserm Tode unverderbet und beständig bleiben.

Aber er ist auf eine erschreckliche Art gestorben? Gleich alswenn nicht eine jede Todesart erschrecklich sey. Der Tod ist zwarerschrecklich denen, die Gott nicht haben, uns aber, die wir Kin-der Gottes sind, muß auch das traurigste Bild des Todes erfreu-lich seyn, weil wir einen Gott haben, der uns also tröstet: Ichlebe und ihr sollt auch leben. Aber ihr fürchtet, daß Gott ausZorn euch euren Sohn entrissen habe? Diese Einbildung kommtnicht von Gott. Das ist der rechte Grif. Es ist gewiß, daß esGottes guter Wille sey, daß euer Sohn sterbe, obgleich die mensch-liche Narur dawider schreyet, und Gott als einen Zornigen vor-stellet, da sie so beschaffen ist, daß sie meynet, ihr Wille sey alle-zeit der beste, und was Gott thut, ihr mißfallt. Es wäre abernicht alle Wege gut, daß unser Wille sollte geschehen, weil wirdadurch sicher gemacht würden. Es muß uns genug seyn, daßwir einen gnädigen und gütigen Gott haben. Warum er unsaber dieses oder jenes Uebel zustossen lasse, das muß uns nichtbekümmert machen.

Martinus Luther, D.

D. Martin Luthers Testament, samt ChurfürstlicherBestätigung desselben.

Ich, Martinus Luther, D., bekenne mit dieser meiner eige-nen Handschrist, daß ich meiner lieben und treuen HausfrauenCatharinen gegeben habe zum Leibgedinge (oder wie man dasnennen kann) auf ihr Lebenlang, damit sie ihres Gefallens undihrem Besten gebaren möge, und gebe ihr das in Kraft diesesBriefes gegenwärtiges und heutiges Tages, nemlich das GütleinZulsdorf, wie ich dasselbe gekaust und zugerichtet habe, allerdinge,wie ichs bis daher gehabt habe-, zum andern das Haus Bru zurWohnung, so ick unter meines Wolfs Namen gekauft habe;zum dritten die Becher und Kleinod, als Ringe, Ketten, Schenck-groschen, gülden und silbern , welche ungefährlich bey 1000 Gül-den werth seyn.