Auswahl aus den Briefen Luthers.
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nen euch öffentlich den Anfänger und Beförderer dieser gottlosenThat. Und ob ihr gleich weitläufrig euch vertheidiget, so kanndoch dieses gar nicht entschuldiget werden, weil ihr es aus eignerMacht, oder Verwegenheit gethan habt, ohne den Pastor, denredlichen Mann, an dem viel gelegen war, daß er darum wisseund beystimme, darum zu fragen, und wider Willen desselben.
Mcynet ihr aber, ihr lieben Juncker, daß ihr wollet so do-miniren in Kirchen, und die Renten, die ihr nicht gestifftet, nocheurer sind, also zu euch reisten und rauben, darnach geben, wel-chen ihr wollet, als wäret ihr Herren über die Kirchen? So wahrder Herr lebt, ich will euch und die Zwickauischen Bestien, andernzum Exempel, dafür in einem Buche weidlich angreiffen. Aberdieses befürchten wir, daß ihr, unsre Freunde, unsern Schweißund Kämpfen für das Wort des Herrn so verdancket. Aber ichwill euch mit den eurigen wieder absondern von der Gesellschaftunsers Herrn Jesu Christi. Das sollt ihr und sie alle sehen, obihr gleich ihn in Sicherheit verachtet. Der Herr Jesus Christusmache eure und der eurigen Rathschläge und Bemühungen zuSchanden. Amen. Den 4. März 1331.
Martin Luther.
An D. Benedict Paulli, Trostschreiben über den Todeines Sohnes.
Es ist nicht in der Schrift verboten, über seine verstorbeneKinder zu klagen und Leide zu tragen. Denn wir haben vieleExempel der heiligen Patriarchen und Könige, die den Tod ihrerSöhne aufs hefftigste betrauret haben. Aber doch muß Maaß imTrauren gehalten werden. Also thut ihr recht, daß ihr eurenSohn betrauret, aber müsset auch im Trauren den Trost zulas-sen, welcher darin bestehet, daß der Herr ihn gegeben, und jetzoden Sohn auch wiedergenommen habe, da ihr ihm nicht wider-stehen könnet. Darum ahmet lieber dem Hiob nach, welcher sag-te, da er sein Vermögen und Kinder verloren hatte: Haben wirdas Gute empfangen, müssen wir das Böse auch nehmen. Die-ser hat das Gute und Böse recht bewachtet, und eine Verglei-chung angestellet zwischen dem Guten, das er von Gott empfan?