Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
71
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Auswahl aus den Briefen Luthers.

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An Georg S p a l a t i n u Nl.

Gnade und Friede! Ob ich wohl, lieber Spalatin, mich umdie Kost- und Bauchsachen, wie Paulus, wenig bekümmere, soviel mich betrifft- so muß ich doch, als ein Ehemann und, wiePaulus sagt, als ein Schuldner meiner Hausgenossen, gegenwelche der, so die gehörige Sorge aus der Acht laßt, den Glau-ben verleugnet und arger als ein Heyde ist, auch hierinnen sor-gen, und bitte euch demnach, daß ihr mir hierinnen den Gefal-len thut, den ich euch etwa thun möchte, und den ihr mit Rechtund Billigkeit fordertet, daß ich nemlich an des Fürsten Gabe(die ich hoch schätze), nickt betrogen, geteuschet, oder bevortheiletwerde. Ihr kennet die Art dieser Raubvögel, die gleich sehen,was für sie ist, und die Liebe des Nächsten hintansetzen; sonder-lich, da in selbiger Gegend wenig solche Stämme zu haben, wieich erlangt habe, daher sie diesen Vortheil gerne durch mich ha-ben möchten. Es sey, wie ihm sey, so will ich die noch rückstän-digen Stämme von denen, die ihr mir durch eure erste Vorschriftausgebracht habt, gerne gantz behalten, es sey gleich Tannen oderEichen, das ist, daß sie anstatt der verkauften unverletzt und rich-tig bleiben, bis ich sie ablange. Gehabt euch wohl im Herrn. Ei-lig und voller Geschäfte. Am St. Margarethentage 1642.

Euer Martin Luther, D.

An George Spalatinum.

Gnade und Friede! Das Mägdgen, lieber Spalatin, so ohn-fehlbar auf irgend eines Anstifften das Sacrament und Amt desWorts verspottet hat, muß, meines Erachtens, billig bey geringerKost einen Monat mit Gefängniß gestraft werden, daß sie an-dern zur Warnung nicht mehr so lästere.

Mit Aufhebung des Sacraments in die Höhe machts, wieihr wollet. In solchen Mitteldingen will ich niemanden gern ei-nen Strick anwerfen. So schreibe ich, habe ich geschrieben, undwerde ich allen schreiben, die mir immer mit solcher Frage auf-gezogen kommen. Gehabt euch wohl im Herrn. Den Abend vorMartini 1642.

Euer Martin Luther, D.