Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
70
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7<Z Auswahl aus den Briefen Luthers.

seyn will), sowohl Hnrerey, als Nothzüchtigung und Ehebruchstrafen. Wenn man sie heimlich in Menge treibet, ist sie ausserSchuld. Wider Gottes Wort aber können wir nichts thun, ge-statten, noch dulten. Man lasse das Recht gehen, und sollte dieWelt darüber zerfallen. Gehabt euch wohl. -In Eil. Den sechs-ten Tag nach Aegidii, 1540.

Martin Luther, D.

An Philipp Melanchthonem.

Wir haben nun schon euren andern Brief erhalten, lieberPhilippe. Und ob mir wohl leid ist, daß ihr den rechten Arm ge-brochen, so glaube ich dcch nicht alle den Eurigen, so wenig alsden Meinigen. Denn unsere Sachen werden nicht durch blindenFall, sondern durch gewissen Rath, nicht aber durch unsern im-mer (scil. so glücklichen), sondern Gottes allein regieret. DasWort lauft, das Gebet ist brünstig, die Hoffnung dultet, derGlaube sieget, daß wirs greiffen können. Und wenn wir nichtFleisch waren, könnten wir schlafen oder feyern, als die wir anMosis Wort gedachten: Ihr werdet stille seyn, denn Gott strei-tet für euch. Denn ob wir gleich alles anders wollen rathen, sa-gen, thun und dichten mit aller Wachsamkeit, so würden wirdoch, wenn Gott nicht stritte, vergebens wachen. Wenn er aberstreitet, so werden wir nickt vergeblich schlafen. Es ist aber ge-wiß, daß er streitet, und almahlich unvermerckt von seinem Thronherabsteiget zu einem längst gehofften Gericht. Es giebt nur all-zuviel Zeichen, daraus ich es schliesst. Eure Sachen stehen GottLob in euren Hausern wohl. Fürchtet nichts, seyd tapffer undfroh ohne Sorgen. Der Herr ist nahe. Die Heintzen, Bischofs?,ja der Türcke und der Satan mögen thun, was sie wollen. Wirsind Kinder des Reichs, die wir den von solchen Heintzen wiedervecspeyeten und gelödteten Heyland verehren und erwarten. Den2t. April 1541.