Auswahl aus den Briefen Luthers-
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zur Pestzeit. Es ist auch nicht billig, daß man die Kirche mitden Sacramenten so knechtisch mache, besonders bey denen, welchesie die gantze Zeit verachten, und hernach auf allen Fall den wol-len zum fertigen Knecht haben, dem sie nicht gedienet. Aber weildiese Sache noch nicht geordnet ist, so thut, wie ihr könnet, undcommuniciret die Schwachen alleine, wenn ihr nicht communi-ciren wollt, wie ihr hier gethan, doch mit Protestation, daß sol-ches nur zu der Zeit geschehen, und nicht immerdar künftig beyihnen geschehen werde, weil allerdings etwas in dieser Sache mußgeordnet werden. Gehabt euch wohl. Am vierten>Tag nach Ca-thar. (28. Nov.) 1539.
An D. Hieronymum Weller. Christi Diener.
Gnade und Friede. Habt, lieber Hieronyme, mit denennichts zu schassen, welche die Hurhauser wieder angerichtet habenwollen.
Es wäre besser gewesen, den Teufel nicht auszutreiben, alswieder einzulassen und zu starcken. Sie mögen erst Christi Na-men absagen und zu Heyden werden, die Gott nicht kennen, alsdaß sie die Hurhauser wieder einführen. Wir mögen solche Chri-sten nicht seyn-, wir haben die offenbare Schrift: Die Hurer undEhebrecher wird Gott richten! vielmehr aber, die sie hegen, schü-tzen und ihnen mit Rath und That helfen. Denn wie dürfteman sonst öffentlich wider Hurerey lehren, wenn man die Ober-keit loben soll, die Hurerey duldet? Wider das Exempel derNürnberger, damit sie sich breit machen, (als ob sie es allein dar-innen versahen), weil sonst, sagen sie, alles voller Befleckung undUnreinigkeit würde, ist das Mittel und Hoffnung der Ehe. Wasdarf es aber solches Mittels und solcher Hoffnung, wenn Hure-rey frey und ungestraft hingehet? Wir haben erfahren, daß unterdem Satan durch Hurhauser der Sachen nicht allein nicht gera-then, sondern vielmehr durch das Exempel freyer Hurerey dieUnzucht vermehret und, beydes, zu Nothzüchtigung und EhebruchAnlaß gegeben worden. Nun aber ist durch Gottes Gnade, dadas Huren verboten ist, auch weniger Unzucht, Gewalt und Ehe-bruch, sonderlich öffentlich. Es muß Oberkeit (wenn sie christlich