Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
64
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64 Auswahl aus den Briefen Luthers.

An Jacob Sprenger, sonst Probst.

Gnade und Friede im Herrn! Ich vernehme aus euremBrief, lieber Jacob, daß ihr an eurer Seelen matt werdet vorVerdruß über das gottlose Wesen, so ihr dulten und taglich wach-sen und mehr trotzen sehen müsset, so daß ihr damit umgehet, eu-ren Ort zu andern, oder zu verlassen.

Lieber, thut es nicht! Denn wenn ihr nur die Guten tra-gen könnet, was thut ihr sonderliches? Thun nicht das auch Zöll-ner und Sünder? Handelt mannlich und laßt euer Hertz getrostseyn, und wartet des Herrn.

Gedencket des heiligen Mannes Loths und erinnert euchPetri, des Apostels, welcher voraus verkündiget und alle Christenzugerichtet hat, daß sie in den letzten Zeiten dem Loth gleich seynwürden.

Laßt uns also nicht aus Sodom herausgehen, noch dasselbeverlassen, bis der Engel vom Himmel kommt und uns herumholet.

Die Welt ist ein Sodom. Wir müssen in Sodom lebenund alles Uebel sehen, welches die gerechten Seelen quälet. Aberso nahet ihr Ende herbey, und die Missethaten der Amoriter wer-den alle; so bringen sie über sich ein schnell Verderben. Gehabteuch wohl und betet für mich armen Sünder. Man sagt, derTürcke sey mit einem grossen Heer in Ungarn. Die Gnade Got-tes sey mit euch. Grüsset eure Hevam. Meine Kethe grüsset euch.Den 10. Jul. 1S2S.

Martin Luther.

An Zustum Zonam.

Gnade und Friede im Heiligen Geist, der höher ist, dennalle Vernunft, schencke euch Christus, Amen. Ich bin ein ver-drüßlicher und ungelegener Tröster, welches geschiehet, weil mires auch an frischen Gedancken und lieblichen Bewegungen fehlet,wie ich wohl wünschte und es euch noth wäre, daß alles an mir