Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
13
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Auswahl aus den Briefen Luthers. 13

stacckt werden, und nicht etwas zu gering oder zu weich den Zah-nen Behemoth redest, also wärest du überwunden und fürchtest sei-nen Hochmuth. Ruf Christum treulich an, der überall gegenwattigund gewaltig ist, biete darauf dem Satan Trotz und spotte seinesWütens und Uebermuths. Denn du bist gewiß, daß er dir nichtschaden kann und so viel weniger, so viel mehr er wütet. St.Paulus sagt, Rom. 8, 31.: Ist Gott für uns, wer mag wider unsseyn? Ps. 8, 7.: Alle Ding sind unter seine Füsse gethan. Er kannund will helfen allen, die angefochten werden, der auch allenthalbenversucht ist worden. Hebr. 2, 18. 3, 15.

Also, mein allerliebster Bruder, starcke dich in'dem Herrn,und sey getrost in seiner machtigen Kraft, auf daß du erkennest,tragest, liebest und lobest aus gutwilligem Hertzen den vaterlichenWillen Gottes, du werdest ledig, oder nicht. Daß du aber solchesvermögest zu Ehren seines heiligen Evangelii, das wolle in dir wir-cken der Bater unsers Herrn Jesu Christi nach dem Reichthum sei-ner herrlichen Gnaden, der ein Vater ist der Barmhertzigkeit undein Gott alles Trosts, Amen. In dem wollest dich wohl gehaben,und für uns auch bitten. Gegeben zu Wittenberg, am Montagenach Cantate, im Jahr 1527.

Än die Pfarrherrn und Prediger der Stadt Göttingen.

Gnade und Friede in Christo. Ich habe eurem Begehrennach diese eure Kirchenordnung überlesen und durch den Druck ge-fordert; Gott, der Vater aller Weisheit, gebe seine Gnade, daß sieeinen kräftigen Fortgang gewinne, Amen.

Denn wir wissen, Gott Lob, wohl, was vor einen Widersacherwir in solchen Sachen haben, nemlich den Satan mit allen seinenEngeln, darum es auch nicht genug ist, gute Ordnung, gut Recht,gute Lehre haben; ja, es ist (kurtzum) kein Rath, keine Weisheit,kein Vornehmen so gut und recht, daß darauf etwas zu bauen undetwas anzusahen sey; ja wenns gleich ein göttlich Recht ist, so istskein nütze, sondern vielmehr schädlich, Rom. 4, 15.: Das Gesetzrichtet Zorn an.

Wie manchem weisen Mann, ja wie manchem heiligen Mannhat gefehlet seine allerschönste und beste Sache und sein allerheilig-