14 Auswahl aus den Briefen Luthers.
stes Recht. Warum das? Darum, daß über das Recht und guteOrdnung gehöret noch eins, das heißt, Gerathen oder Gedeyen, daßauch St. Paulus selbst sagt, das Evangelium (welches doch nichtallein Gottes Ordnung, sondern auch Gottes Kraft ist,) schaffe nichts,wenn Gott auch nicht das Gedeyen darzu gibt. 1. Cor. 3, 7.
Darum sind das gar thörichte Leute, die da sagen: Ich habees gut Recht, ich wills thun, wer will mirs wehren? Denn, siesagen: ich habe es gut Recht, ist wobl geredet: aber daß sie dazusagen: ich wills thun, das ist zu viel. Denn solches Thun ist nichtdein, so wenig das Recht dein ist. Gott muß helfen, daß es ge-schehe; sonst sollst du wohl sehen, ob es dir nicht gewehret werde.
Und wenn du noch so gut Recht hättest, Gott will dein Trotzenund Pochen auss Recht nicht leiden; du sollst auch demüthiglich umHülfe bitren, daß er dir, und nicht du selbst, das Recht erhalle, ausdaß du lernest, was der Teufel, ja was du selbst seyst, als der dunicht vermagst, so er dich recht hat, und der Teufel ein Kriegsmannist wider alles, das recht und gut ist, daß Gott dir muß helfen,nicht allein aus Unrecht, sondern auch zum Recht, beyde, in grossenund kleinen, ja allerley Sachen.
Darum spricht die Weisheit, Sprüchw. 8, V. 14.: Mein istbeyde, Rathen und Gerathen. Viel haben guten Rath, aber dasGerathen folgt nicht, sondern wird ein grosser Unralh aus grossemRath, wie das viel Exempel und Historien beweisen.
Solches will ich euch, lieben Herrn und Freunde, darum an-gezeigt haben, daß ihr euch selbst und euer Volck dazu wollet hal-len, nicht allein auf eure Kirchenordnung euch zu vertrösten, alshabe es nun keine Noth, dieweil es gefasset ist, sondern auch Gottdemüthiglich dancken und daneben bitten, daß er euch das Gedeyenund Gerathen dazu gebe, und seliglich fortgehe.
Denn Anstösse und Hindernisse werden sich genug finden, undder ein Fürst in der Welt ist, Joh. 12, 31. (glaubet mir), der wirdauch zu Göltingen wollen ein Fürst, und gar ungern ein Bettlerseyn.
Gott werfe ihn unter euch, wie St. Paulus Rom. 16, 20.bittet: Gott zutrete den Satan unter eure Füsse. Welches ich aucheuch wünsche, und bitte, daß euch Gott segne und behüte, unsträf-lich und kräftig wachsen lasse zu seinem Lob und Ehre, Amen,klonzo >Inn!o. Anno 1Z28.