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4 (1827)
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Der hundert und zehnte Psalm.

schen Werck, allein vom Heiligen Geiste oben herab gewircket,als im Psalm stehet: Er wird herab reisen, gleichwie der Regenauf das Feld Gideonis. Ps. 72, 6. Nicht. 6, 37, 38.

Die Mutter dieser Morgenröthe ist die Liebe im Hertzen,in der empfahet sie alle Menschen, tragt sie, nähret sie zc., alsPaulus zu den Galatern 4, 19, sagt: Lieoen Brüder, ich gebareeuch aber einst, bis daß Christus in euch werde reformiret; undzu den Corinthern, 1. Epist. 4, 13: Ich habe euch geboren durchdas Evangelium. In den Worten nennet sich Paulus eine Mut-ter, und sein Uter erzeigt er, daß seine Liebe sev, und der Saamedas Evangelium.

V. 5. Gott hat geschworen, und wird ihn nimmermehr ge-reuen.- Du sollst senn ein Priester ewiglich, nach derWeise Melchisedech.

Dieser fünfte Vers sagt von der Priesterschaft Christi, un-sers Herrn, und wie er zu einer ewigen Befestigung und sonder-lichen Trost von Gott mit dem End zu einem Priester und Mitt-ler gesetzt ist, also, daß allein durch Jesum, den Menschen, alleGerechtigkeit und Friede kommt.

Gott hat geschworen, und wird ihn nimmermehr gereuen.

Siehe, bisher hat er beschrieben den König, sein Königreich,lein Zepter, seine Feinde und sein Volck; nun beschreibt er seinPriesterthum. Und ist hier zu mercken, daß, zu dem KönigreichChristi einzusetzen, Gott nicht schwöret, sondern schlecht sagt:Gott hat gesagt zu meinem Herrn. Aber einzusetzen das Prie-sterthum Christi, thut Gott einen Schwur, und mit einem Endebestätiget er Christum zum Priester, und dennoch darzu: undwird ihn nicht gereuen.

Nach der Weise und Ordnung Melchiesedech.

Melchisedech war ein König und Priester, und opfserte Weinund Brod, auch für den heiligen Patriarchen Abraham und für?ein Gesinde. In welcher Figur bedeutet wird, daß kein Heili-ger so fromm ist, wenn sich Christus nicht für ihn opfferte, sowürde er verdammt. Denn er ist allein Priester für alle Men-schen. Darum heißt er auch recht, Melcbizedech: Melchi, einKönig-, Zedech, Gerechtigkeit. Er ist der König und das Hauptder Gerechtigkeit, von dem sie muß fliesten in alle seine Glied-massen; denn alle andere Gerechtigkeit oder Frömmigkeit ist Bos-heit gegen dieser. Nun, was ist aber, daß er Brod und Weinfür Abraham geopffert? Das drücket aus das Priesterthum Christim dieser Zeit bis an den Jüngsten Tag, daß er das verborgene