Der hundert und zehnte Psalm.
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V. 3. Das Zepter deiner Kraft wird Gott aussenden ausZion; deine Herrschaft soll seyn mitten unter deinenFeinden.
Dieser dritte Vers thut Anzeigung von der Herrschaft Chri-sti, und daß der Zepter und die königliche Gewalt Christi, das istdas Wort und das Evangelium Christi, ist nicht von dem Men-schen, sondern allein von Gott. Darum enthalt es den Menschenim Mittel der Anfechtung. Das Zepter deiner Kraft; dieweilChristus ein König und ein Herr ist zwischen dem jüngsten Tage,im Glauben regierend und mit seinen Feinden fechtend, möchteeiner fragen: Mit was Kräften, Vermögen, Gerüst, oder Waf-fen er das thue? Denn Feinde nieder zu schlagen und Fußsche-mel daraus zu machen, muß mit irgend einer Kraft und Ver-mögen geschehen, so doch seine Feinde sind in grossem Schein derGewalt, und er mit den Seinen in gantzen Unkraften und vielLeiden erscheinet. Da antwortete er nun, daß Christi Kraft undVermögen stehet nicht in weltlichen Waffen, nicht in Harnischund Eisen, nicht in Mann und Pferden, nicht in irgend einerleiblichen Stärcke und Vermögen. Denn sein Königreich ist geist-lich, geistliche Feinde, also auch geistliche Waffen und Harnischsind darinnen. Denn seine Kraft und Vermögen stehet in demZepter, das ist in dem unüberwindlichen Worte Gottes, in demheiligen Evangelio. Denn der heilige Apostel nennet das Evan-gelium eine Gottes Kraft oder Starcke allen denen, die daranglauben, Röm. 1, 16. Das andere Wörtlein: deiner Kraft,Starcke oder Vermögen, drückt aus, nicht die Starcke, damit ei-ner starck ist im Bestehen oder Obliegen (welche Starcke heißtbilliger Vestung oder Vestigkeit, als ein Fels, vestes Schloß oderStadt starck ist, und nicht leicht zu überwinden); sondern es Heis-set hier die Starcke oder Kraft, damit einer starck und kraftig ist,andere zu überwinden und unter sich zu bringen, und zu regie-ren über sie.
Wird Gott aussenden aus Sion.
Das ist, das Evangelium hat zum ersten in Jerusalem an-gefangen, Jesa. 2, 3., und ist von bannen durch die Apostel aus-gegangen in die gantze Welt.
Deine Herrschaft soll feyn in dem Mittel deiner Feinde.
Das ist, nicht unter den Freunden, nicht in die Rosen oderLilien, sondern unter die Dornen und Feinde habe ich gelegtdeine Ruthe. Und daher fleust es, daß alle, die Gott dienen undChristi Gesinde sepn wollen, müssen viel Stechens und Wider-