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Der hundert und zehnte Psalm.
weiter, daß er nicht spricht, zu meinem Haupt oder zu meinerLincken, drücket er aus zum ersten.- daß Christus nach der Mensch-heit Gctt nicht gleich, sondern unter Gott ist, wiewohl er allerDinge ein Herr und Haupt ist, und niemand, denn allein Gott,unterthan ist, 1. Cor. 15, 27. 2«. Also leget das der heiligeApostel aus, und spricht: Der ihm alle Dinge hat unterworfen,hat nichts ausgezogen, ohne Zweifel allein, denn den, der ihmalle Dinge unterworfen hat. Zum andern, durch die Rechte Got-tes wird verstanden, daß des Herrn Christi Königreich ein geist-lich, verborgen Reich sey. Denn die sichtlichen und leiblichenReiche oder Güter sind genennet die lincke Hand Gottes, wie-wohl sie Christo alle unterthan sind; aber sein Reich stehet nichtin denenselben, sondern der Menschen zeitlich Reich stehet in de-nenselben, doch Christo unterworfen.
V. 2. Vis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deinerFüsse.
Dieser andere Vers saget von der Gewalt und dem StreiteChristi, und daß sich niemand soll selbst rächen, sondern die RacheGott übergeben. Denn Gott wird seiner Kinder Feinde allenCreaturen ewiglich mit Schwachheit unterwerfen. Bis daß ichlege deine Feinde; das ist abermals wider die Tyrannen geredt,die sich nicht allein selber erheben, sondern auch ihre Widerpartund Gegentheil aus eigener Gewalt unterstehen zu unterdrücken.Aber Christus, gleichwie er sich nicht selber in die Höbe setzet, al-so unterdrücket er auch nicht selber, die ibm widerstreben in die-sem seinen Erheben-, sondern Gott der Vater, der ihn erhebet,der unterdrückt auch seine Feinde. Es ist ein grosser Trost, daßdu Feinde hast; aber schweig du, ich will für dich bandeln. Leidedu, laß mich rächen. Als er durch Mosen spricht, 2. B. 25, 22..-Ich werde und will seyn ein Feind deiner Feinde. O blinde Men-schen! die, ungeduldig, selbst Rache suchen und nicht hören, daßGott spricht.- Ich will deine Feinde w-; als spräche er: Mehr be-wegen mich deine Feinde, denn daß sie meine Feinde wären Sofast nehme ich mich dein an. Wer dich rühret, der rühret meinenAugapssel, Zach. 2, 8. Darum spricht er nicht: Bis du deineFeinde legest; auch nicht: Vis ich meine Feinde lege; sondern:Bis daß ich deine Feinde lege ?c., uns fleissig warnend, daß wirgeduldig seyn sollen, und ihm die Rache heim geben, und seineväterliche Güte gegen uns und fleissige Sorge erkennen. ZumSchemel deiner Füsse; das ist nach dem Sprüchwort gesagt, damail einen verachteten Menschen einen Fußschemel nennet.