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Der hundert und zehnte Psalm.
-rschrecklich ist dieser Psalm denen Tyrannen, denen ehrgeitzl-gen Oberherren und Prälaten, die unberuffen von Gott hochsteigen; tröstlich aber denen, die unterdrückt sind und Gewalt lei-den. Denn die Tyrannen folgen nach dem Teufel, der allezeit indie Höhe will vom Anfange der Welt. Darum nennet dieserPsalm die Könige und die Haupter die Feinde Christi, und dräuetihnen, daß sie sollen zerbrochen werden. Und endlich ist die Mey-nung, daß alle Hoffärtige und Gewaltige sollen geniedriget wer-den, und die Demüthigen und Aerfallnen sollen erhaben werden,also, daß aller Gewalt soll allein Christo nach der Menschlichkeitgegeben werden, und er allein regieren; darum hebt er an alsbaldwider die ehrgeitzigen Regenten:
V. 1. Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zumeiner Rechten.
Dieser Vers thut Vermeidung von dem Throne und Kö-nigsstule Christi, und gibet diese Lehre und Unterweisung, daßniemand ihm selber soll Ehre zumessen, sondern dem Herrn Christofolgen, welcher das Regiment, die Gleichheit Gottes und die al-lerbesten geistlichen Güter nicht von ihm selbst, sondern aus Ge-heiß Gottes, des Vaters empfangen hat, Ebr. Z, Z. 6.: Gotthat gesagt zu meinem Herrn Jesu Christo. Als sollte einer spre-chen: Mein Herr Jesus Christus hat sich nicht selber erhöhet,daß er mein Herr sey, als die Uebermüthigen, Ehrgeitzigen thun;sondern aus Gebot und Erforderung Gottes, des Vaters. Dar-um hütet euch alle, die ihr euch selber erhöhet habet. Es gilt euchdas Haupt und Gewalt, die ihr ohne Gott zu euch genommenhabt; also, daß Esaias schreibet, 40, 4.: Es wird niedergebogenwerden alle Höhe der Obersten, und niedergedrücket oder gelegetwerden alle Oberhand der Prälaten, und wird allein der Herrerhaben seyn. Darum spricht Gott: Setze dich, das ist, sey duallein der Herr, der Königsstul und Gesäß soll dein und nichteines andern seyn; zu meiner Rechten, das ist, neben mir, alsoweit und ferne zu regieren, als ich selber, über alle Creaturenim Himmel und aus Erden, nach Laut des 8. Psalms, V. 2.:Du hast ihn gesetzet über alle deiner Hände Werck und Creatu-ren, und hast ihm alle Ding unterworfen zu seinen Füssen. Und