Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
258
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2ZH Der ein und fünfzigste Psalm.

ihre Tobten begraben, du aber folge mir. Damit er anzeiget, daßaller Menschen Wercke, so Christo nicht folgen, noch glauben,todter Leute Wercke sind. Die aber, so in Christo leben, sollendamit umgehen, daß sie Gottes Barmhertzigkeit erkennen, rüh-men, preisen und predigen, daß auch andere Leute sie erkennenlernen. So ist biß die Summa davon, daß alle unser Leben,Heil und Seligkeit allein auf Gottes Barmhertzigkeit stehe, welcheGott uns durch sein Wort auf diese Weise offenbaret hat, daßer uns Sünder auf dieselbe in und durch Christum heißt hoffen.Diese Erkenntniß ist der Christen Gerechtigkeit, wie Jesaias 53,l l. spricht: Durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, derGerechte, viel gereckt machen. Da hören wir von keinem andernWercke, denn daß wir die angebotene Barmhertzigkeit Gottesnicht ausschlagen, sondern durch den Glauben sie empfahen undannehmen sollen, welches denn eine sonderliche große Gabe desHeiligen Geistes ist. Denn der Glaube (wie St. Paulus 2. Thess.Z, 2. spricht), ist nicht jedermanns Ding. Wenn wir also durchden Glauben fromm uno gerecht worden sind, und die Verheis-sung der Vergebung der Sünden und ewiges Lebens, durch denGlauben empfangen, in unserm Hertzen haben: so ist das nächsteWerk, welches für und für wahren soll, daß man Gott danckeund solche Wohlthat und Gnade preise und rühme. Weil sichaber die Welt mit aller ihrer Kraft und Macht darwider setzt,und der Satan auch nicht feyret, solche Lehren und Rühmendurch mancherlei) Unglück zu hindern und in uns zu stopffen,deßhalben hat David im nächsten Vers gebetet, der freudige Geistwolle ihn erhalten, durch welchen er wider alle List, Gefahr undMacht des Teufels und der Welt getröstet und erhalten werde,und mit einem kecken, unerschrockenen Muthe dem Herrn ChristoZeugniß geben möge, wie St. Lucas von den Aposteln schreibet,Apostelgeschichte 4, 8. ?c. Diese Ordnung rechter Lehre, daß aufserste der Baum gut muß seyn, darnach ohne Frucht nicht bleiben,verstehen unsere Widersacher nicht, ja, kehren es um, setzen dieFrüchte vor dem Baum, das ist, sie lehren: Soll der Menschgerecht werden, so müsse er es durch seine gute Wercke verdie-nen :c. Derohalben ist es hoch vonnöthen, daß etliche Davidsind, welche mit freudigem Geist die Lehre vom Glauben undChristlicher Gerechtigkeit nicht allein über die, so außerhalb derGnade, sondern auck über die, so in der Gnade Gottes sind,ausbreiten. Denn diese, welche ihre Sünde erkennen, des Gewis-sens Schrecken und ihre Schwachheit recht hesstig fühlen, die neh-