Der ein und fünfzigste Psalm.
25.5
NW,
bung der Sünden folgen. Gaben aber des Heiligen Geistes sinddie, so Gott, der durch Christum nun versöhnet ist, nach Verge-bung der Sünden denen Glaubigen gibt und sie damit zieret.Won solchen Gaben (düncket mich), reden die drey nachfolgendeWerfe, welche zusammen gehören, weil in allen dreyen Versender Name des Geistes wiederholet wird, da er ihn erstlich dengewissen Geist, darnach den Heiligen Geist, und aufs dritte denfreudigen Geist nennet. Wir lehren und gläuben von der Gnade,daß Gnade eine unaufhörende und ewige Uebung und Wirckenist, welche der Heilige Geist schaffet und gewiß machet in uns,daß wir an Gottes Wort nicht ungläubig erfunden werden, son-dern thun und gedencken alles, so Gott angenehm und gefälligist. Denn der Geist ist nicht ein müßig, todt, sondern ein leben-dig und kräftig Ding in denen Gläubigen. Wie nun unser Le-ben nimmermehr müßig ist, sondern allezeit, so lange es währer,etwas vor hat und schaffet (denn wenn wir auch schlafen, ist dasLeben nicht müßig, sondern der Leib wächset entweder und nimmtzu, als in denen Kindern zu sehen, oder man fühlet es an demAthem und Pulswerk des Ledens): also ist auch der Heilige Geistin den Gläubigen keine Zeit müßig, sondern wircket und schaffetohne Unterlaß etwas, so zum Reiche Gottes dienet. So ist nundas die Summe davon.- Nachdem der Prophet hier die Gnadeerkennet, daß er nun Vergebung der Sünden und einen gnädi-gen Gott habe ?c., so bittet er nun weiter, daß Gott ihn vor die-ser Gefahr wolle bewahren, darein der Satan die Gläubigen mitallem Fleiß sich unterstehet zu führen, daß er ihm nicht einen an-dern Gott vorbilde, noch auf andere Gedancken von Gott falle,sondern, daß solch recht Erkenntnis der Güte und Gnade Gottesvon Tag zu Tag, je länger, je mehr, in ihm und allen Gläubi-gen wachse und zunehme, daß wir alle, wie wir denn auch mitgantzem Ernst bitten sollen, in alle unserm Thun und Leiden ge-trost und fröhlich seyn mögen und wissen, daß wir bey Gott umunsers Herrn Christi willen in Gnaden stehen, und alle unserThun und Wcrcke dem Herrn gefallen, auch diese geringe, alsEssen und Trincken nach Nothdurft des Leibes, und ein jeglicherGläubiger seines Amts warte, und daß das Hertz in diesem rei-nen Erkenntnis und Zuversicht der Gnade Gottes durch denHerrn Christum also rein bleibe, auf daß es könne gewißlich schlics-sen, daß alle sein Thun und Werck nicht um unsers Verdienstesoder Würdigkeit (denn alles an uns ist unrein), sondern um desGlaubens willen, der eine sonderliche Gabe des Heiligen Geistes