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Der ein und fünfzigste Psalm.
dorm, und den Herrn Christum durch den Glauben angezoaenhat, ist er schneeweis.
V. 8. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeinefrölich werden, die du zerschlagen hast.
Das ist aber der rechte und einfaltige Verstand dieses Ver-ses, daß er hier will anzeigen, daß die Vergebung der Sünden,welche allein glaubigen Hertzen Freude und Wonne bringet undmacht, allein durch das Hören des Worts Gottes gegeben werde.Denn wenn sich einer schon zu Tode marterte, sein Blut vergösse,und alles thate, so einem Menschen zu thun möglich, alles ge-duldig litte und trüge: so hilft es doch nicht, sondern allein dasHören des Worts Gottes bringet Freude und Wonne. Das istdie einige Weise, durch welche das Hertz vor Gottes Angesicht zu-frieden gestellet wird; was man sonst ansähet und thut, bleibetgleichwohl das Hertz immer in Wancken und Zweifel stecken, undkann nicht gewiß seyn, noch Freude empfahen.
V. 9. Verbirge dein Antlitz von meinen Sünden, und tilgealle meine Missethat.
Solch Gebet ist uns auch hoch Vonnöthen, so lange wir hierleben, daß biß Erkenntniß und Zuversicht auf Gottes Barmher-tziqkeit in uns von Tag zu Tag je mehr und mehr wachse undzunehme. Wie uns denn auch die heiligen Apostel Petrus undPaulus zu solchem Zunehmen des Glaubens vermahnen. Soverstehe ich nun diesen Vers, daß er vom Zunehmen und Wach-sen dieses Friedens und der Gerechtigkeit rede, durch welche dasSchrecken und Zagen vor Gottes Zorn und der Sünden über-wunden wird. Denn ob wohl die Gerechten Vergebung der Sün-den wahrhaftig und gewißlich, und auch Glauben und Zuversichtin göttlicher Barmhertzigkeit haben, und also bey Gott um desHerrn Christi willen in Gnaden sind: gleichwohl höret das Na-gen und Beissen des Gewissens um der übrigen Sünde willen,so sich noch in uns regen, nicht auf, uns zu plagen und zumartern.
V. 10. Schaffe in mir, Gott, ein rein Hertz, und gib mir ei-nen neuen gewissen Geist.
Bisher haben wir das fürnehmste Stück dieses Psalms ge-handelt und ausgerichtet, in welchem wir die höchsten Artickel desChristlichen Glaubens gehöret haben, nemlich, was Busse, wasSünde, was Gnade, was Christliche Gerechtigkeit sey, und wieman selbige erlange. Was nun weiter im Psalter folget, düncketmich, betrifft die Gaben des Heiligen Geistes, welche aus Verge-