Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
253
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Der ein und fünfzigste Psalm.

Opffer in dem einigen Opffer des Herrn Christi vollbracht. Dennauch im Abendmahl des Herrn opffern wir nicht, sondern gedenckenallein deS Opffers, vas Christus am Creutze für uns einmal gethanhat, und das zur selbigen Zeit Christus geopffert hat, das opffernwir nicht einmal, sondern theilen, laut seines Worts, solch Opfferunter die Glaubigen aus. Derohalben, wenn man auf den Arti-ckel von Christlicher Gerechtigkeit, so vor Gott gilt, kommt, damuß das Gesetz schlechts, als das zur Gerechtigkeit gar nichtsnützlich, noch förderlich ist, aufgehoben, und allein das Gesetzdes Geistes, das ist die göttliche Verheissung, zugelassen werden,nemlich, daß Jesus Christus, Gottes Sohn, um unsrer Sündewillen gestorben und auferstanden sei) w. Das ist nun das Wortder Gnaden und Zusagung Gottes, in welchem kein Werck, wieim Gesetz, von uns gefordert wird, sondern uns allein die voll-kommene Genugthuung, welche durch das Opffer geschehen, soChristus dem himmlischen Vater durch sich selbst geopffert hat,angeboten und vorgetragen wird, durch welches Opffer beide,Moses sammt dem gantzcn Gesetz, aufgehoben ist. Darum verwirftDavid hier diese unvollkommene Besprengung des Gesetzes, undbegehret nicht durch das Levitische Priesterthum, sondern durckChristum, Gottes Sohn, der Welt Heiland und Erlöser, be-sprengt zu werden, daß sein Gewissen also gewaschen und gereini-get, daß es schneeweis werde. Darum, wenn man von einemChristen recht richten und urtheilen will, muß man ihn nicht an-sehen, wie er von seinem Vater und Mutter durch die Geburthergekommen ist, da wird man gar keine Reinigkeit an ihm sehen,sondern wie er von neuen aus dem Wasser und Geist geboren ist.Diese andere Geburt thut es allein (wiewohl die erste.Geburtauch ein köstlich göttlich Werck ist). Denn da thut kein Menschetwas darzu, wie zu der ersten Geburt, sondern allein Gott richtetes aus durch sein Wort und Verheissung. Durch diese andereGeburt allein wird der Mensch gantz schneeweis geboren, undschadet ihm die erste unreine Geburt nicht, ob er gleich etlicheBesteckung davon behalt. Denn Gott der Herr stehet allein aufdas schöne, weisse Wasser- oder Taufhemde, auf den Glaubendes neugebornen und getauften Menschen , und auf das reine,heilige Blut und Verdienst seines lieben Sohnes Jesu Christi,welchen Schmuck und Reinigkeit der neugeborne Mensch, als dasschneeweiße Westerhemde, hat angezogen. Also ist nun ein Chri-stenmensch, ft viel seine Natur belanget, noch etwas unrein; soweit er aber aufs neue durch die Taufe und Heiligen Geist gs«