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4 (1827)
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Der ein und fünfzigste Psalm.

Heiligen Geist die rechte Erkenntniß Gottes von Tag zu Tag inuns wachse und zunehme.

V. 3. Denn ich erkenne meine Missethat, und meine Sündeist immer vor mir.

Wir haben bisher zwey Verse des Psalms gehöret, in wel-chen David erstlich die Gnade und Vergebung der Sünde, dar-nach auch die Gnade, durch welche die übrigen Sünden inuns gereiniget werden, von Gott gebeten hat. Denn diese zweyStücke machen den Menschen vollkömmlich vor Gott gerecht undbeilig, ohne alle vorhergehende Bereitung und Genugthuung, ohnediese erdichtete Busse, welche wir bisher das Volck gelehret, unddie Papisten noch lehren. Denn wir werden fromm und gerechtallein durch das Verdienst des Herrn Christi, oder durch die bloßeBarmhertzigkeit Gottes, welch" unsere Hertzen, so durch den Hei-ligen Geist erleuchtet und angezündet, durch den Glauben em-pfahen. Doch muß vorhergehen rechte Erkenntniß und Bekennt-niß der Sünde. Aber darum erlangen wir nicht Vergebung, also,daß alles gleichwohl auf göttlicher Barmhertzigkeit stehet, oder aufder Zusagung, daß Gott verheissen hat, daß er denen wolle gna-dig seyn, welche ihre Sünde recht erkennen und von Hertzen gerneihrer los waren. David begehret Gnade, doch aus keiner andernUrsache, denn daß er ein Sünder ist und seine Kranckheit stehetund fühlet. Wie ein Bettler, der zu einem Reichen kommt undein Almosen von ihm begehret, darum, daß er arm und kranckist und gehöret hat, daß dieser reiche Mann milde und gerne denarmen Leuten helfe und gebe; wenn nun der Reiche dem Armenetwas gibt, so gibt er es ihm ja nicht seines Verdienstes halben.Denn was soll ein Bettler verdienen, der nichts vermag, undderohalben seine Armuth dem Reichen klaget, daß er ihm etwasgebe? Darum gibt der Reiche dem Bettler allein aus lauterMüdigkeit, und daß er sich sein erbarmet. Also haben wir auchalles von Gott aus lauter Barmhertzigkeit und umsonst, ohneunser Verdienst?c.

V. 4. An dir allein habe ich gesündiget und Ucbel vor dir ge-than, auf daß du Recht behaltest in deinen Worten,und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst.

Hier werden die zwey Hauptartickel der heiligen Schrift be-stätiget. Erstlich, daß die gantze menschliche Natur durch dieSünde verderbet und verdammet ist, und nicht könne, wederdurch ihre eigene Kräfte, noch Verdienst, Zaus diesem Jammerihr selbst helfen; zum andern, daß Gott allein gerecht ist. Welche