Der ein und ftmzigste Psalm.
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mit David singen und sich für Sünder von Hertzen erkennen,doch, daß sie auch gewiß glauben, daß Gott gerecht, das ist barm-hertzig sey. Dieses Bekenntniß ist Gott ein sehr angenehm Ops-fer, zu welchem uns David reihet. Denn er will, daß diß einegemeine Lehre der gantzen Welt seyn soll, wenn der Teufel, oderunser Gewissen uns um unserer Sünden willen beschuldigen, daßwir nur frisch Ja darzu sagen, und bekennen, wir seyn grosseZünder, so mit vielen grossen Sünden beladen sind; gleichwohlsollen wir nicht verzweifeln. Denn wenn schon unsere Sündenviel und groß sind, hören wir doch hier, daß Gottes Barmher-higkeit noch grösser sey. Auf diese Weise haben sich alle Heiligenwider den Satan geschützet, welche, ob sie wohl Sünder gewesensind, sind sie doch durch solch Erkenntniß geheiliget worden; wieJesaias 53, II, spricht: Mein Knecht, der Gerechte, wird durchseine Erkenntniß viel gerecht machen.
V. 2. Wasche mich wohl von meiner Missethat, und reinigemich von meiner Sünde.
In diesem Vers aber, in welchem er bittet, daß er von sei-ner Missethat wohl gewaschen werde, halt er uns einen andernUnterscheid der Sünden vor, denn davon wir zuvor gesagt haben.Denn wir haben die Sünde zuvor also getheilet, daß eines TheilsSünde gefühlet, eines Theils aber nicht gefühlet werden, wiewir auch zweyerley Süuder gemacht haben: etliche, so ihre Sündeerkennen und wahrhaftige Sünder sind, etliche, welche heilig undohne Sünde seyn wollen, oder gar in Sünden verstockt sind undibre Sünde nicht fühlen. Hier aber zeiget er an, daß diese Sünde,so gefüblet wird, auch zweyerley sey, oder auf zweyerley Weisesoll verstanden werden. Denn es ist Sünde, die durch Gnadeuns vergeben wird, und ist Sünde, welche noch in unserm Fleischesteckt. Die Sünde, so aus Gnaden uns vergeben wird, ist die,daß Gott uns von wegen des Herrn Christi nicht will verlassen,wie grosse Sünder wir auch sind, sondern Gnade und Barmher-tzigkeit uns erzeigen, die wir durch die Sünde verloren und ver-derbt sind. Aber daran, daß uns die Sünde aus Gnaden ver-geben ist, lassen wir uns nicht genügen. Denn wir fallen ausSchwachheit menschlicher Natur, so lange wir leben, immer inSünde, darum wollten wir, daß uns nicht allein die Sünde ver-geben, sondern daß sie mit der Wurtzel gar aus unserm Hertzenausgereutet, und gar getödtet und abgethan wäre. Doch bleibtgleichwohl auch in denen, so fromm, heilig und gerecht sind, etwasvon der Sünde noch übrig, als Lust, böse Begierde und ander»