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4 (1827)
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241
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Der ein und fünfzigste Psalm.

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sie sey eine Verderbung aller unserer innwendigen und auswen-digen Kräfte, also, daß nun kein Glied dermaassen seines Amtespflegen kann, wie im Paradies, vor dem Falle Adam; sondernwir sind abgewichen von Gott, haben ein böses Gewisien, lebeneine kurtze Zeit, sind mit viel Kranckheiten beladen und dem Todeunterworfen, wie denn die Worte 1, Mos. 2, 17, von der Peinund Strafe anzeigen: Welches Tages du von dem Baum desErkenntniß Gutes und Böses issest, wirst du des Todes sterben.Dieses aber lernen wir allein aus dem Wort Gottes. Denn dieHeyden, ob sie auch wohl mitten in diesem Unglück und Jam-mer gesteckt sind, weil sie aber das Wort nicht gehabt, haben sienicht können verstehen, warum das menschliche Geschlecht so vielTcübsalen und dem Tod unterworfen sey. Denn sie haben ge-dacht, daß es der Natur Schuld wäre, daß der Mensch sterbenmüßte, haben nicht gewußt, daß der Tod der Sünde Strafe wäre.Also können sie von der gantzen Natur des Menschen keinen rech-ten Verstand haben, denn sie wissen nicht den Ursprung, woherdiß Hertzeleid auf das menschliche Geschlecht gekommen sey.

V. 1. Gott sey mir gnadig nach deiner Güte, und tilge meineSünde nach deiner großen Barmhertzigkeit.

Die gantze Natur halt das von Gott, und spricht bey ihrselbst: Ich darf meine Augen nicht gen Himmel aufheben, dennich erschrecke und entsetze mich vor dem Angesichte Gottes; dennich weiß alles beydes, daß ich ein Sünder bin, und daß Gott derSünde Feind ist; wie soll ich denn vor Gott beten? Da erhebtsich denn ein sehr schwerer K mpf und Streit. Denn entweder derMensch, weil er von wegen der Sünde und des bösen Gewissenserschreckt ist, darf er nicht bald beten, gedencket, er muß das Ge-bet verziehen, bis er irgend einmal zu beten würdig, und vonwegen seines Verdiensts vor Gott kommen möge, oder stehet sichum nach menschlicher Hülfe und erdichtetem Trost, daß er zuvorfür die Sünde -will genug thun, dieselbige bereuen und büssen,und auf die Weise, wenn er sich selbst würdig gemacht, vor Gottdürfe treten und sprechen: Gott, sey mir gnadig. Dieser Gadanckesteckt dem Menschen im Hertzen von Natur, und ist aus derMassen eine schädliche Meynung. Daß also der Mensch immersüssen und sich verlassen will auf sein eigen Verdienst, Frömmig-keit und Gerechtigkeit, und meynet, es könne Gott durch unseregute Wercke versöhnet werden. Das ist aber eine greuliche Got-teslästerung, daß sich der Mensch aufsein eigen Verdienst, undnicht aus das Verdienst unsers lieben Herrn Jesu Christi verläßt.

iV. 16