Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
239
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Der mi und fünfzigste Psalm.

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Gewiß, hier müssen wir uns sehr in Acht nehmen, daß wirauf diese Art nicht für die Tyrannen und die, so nur das Ihrigesuchen, beten. Es wäre denn, daß wir in diesem Puncte mitihnen einerley Sinn hatten, daß nemlich ein jeder Fürste wün-schet, das Seinige im Flor zu erhalten und im Friede allen Ueber-fluß zu genießen, indem man ja wohl auch Krieg führet, um denFrieden dadurch zu erhalten, und daß wir also auch darinne fürsie bitten sollen, daß es im Weltlichen wohl um sie stehen möge.

Der ein und fünfzigste Psalm.

fliesen Psalm habe ich deßhalben für mich genommen, ihnauszulegen, weil er von der Busse lehret. Wiewohl ich aberdekennen muß, daß ich diesen hohen und reichen Geist, so indiesem Psalm redet, noch nicht ergriffen, noch erlanget habe, dochwollen wir den Psalm vor uns nehmen, auf daß wir Ursach-haben, zu lernen und diesem reichen Schatz weiter nachzutrachten.Darum will ich mit euch ein Schüler werden, und wollen beodemit einander daran studieren und lernen, und warten, was derHeilige Geist in uns wircken will, welcher, was er uns gebenund Gutes verleihen wird, dasselbige wollen wir mit Danksagungannehmen. Die Lehre aber dieses Psalms ist uns allen sehr dochVonnöthen und nützlich zu wissen. Denn in diesem Psalm sin)die fürnehmsten Artickel Christlicher Religion begriffen. Denn erredet von rechter Busse, von der Sünde, Gnade, von Christli-cher Gerechtigkeit, von rechtem Gottesdienst, den wir Gott zuthun schuldig sind. Das sind treffliche und hohe Artickel, welche,so sie nicht mit hohem und reichem Geist gelehret und getriebenwerden, ist es unmöglich, daß sie im Hertzen hafften und Fruchtbringen sollten. Es ist aber dieser Psalm von jedermann ein Buß-psalm genannt worden, und ist kein anderer im Psalter, denman in der Kirche öfter gesungen und gebetet hat. Der abererstlich diesen Psalm einen Bußpsalm genennet hat, der hat ohneZweifel etwas davon verstanden. Die wirckliche Sünde haben