2 5»
Der zwanzigste Psalm.
und erwartet seine Hülfe von dem, was unheilig und vor Augenist. Aber Menschenhülfe ist kein nütze. Eine Wiederholung dessenund also einerley ist das, wenn er sagt: Und starcke dich ausZion. Denn durch Hülfe werden wir gestarckt. Er will aber da-mit lehren, daß das wiederholte Gebet sowol den Affect vermeh-ren, als auch sich der Hülfe gewiß trösten soll.
Auch das Wort, Zion, hat seinen Nachdruck. Denn esheißt eine Warte, daraus sich die Wächter auf allen Seiten um-her umsehen; nicht allein deßwegen, weil wir durch den Glaubenauf den Herrn schauen, oder Gott gegenwartig bey uns haben,sondern auch, weil die Augen des Herrn selbst über uns offenstehen, wie es im 34. Ps, V. 16. heißt: Die Augen des Herrnstehen über die Gerechten. Und im 32. Ps., V. »,: Ich willmeine Augen über dich bevestigen. Welches er vor Zeiten alleinüber Zion, als den Ort, den er sich damals erwählet hatte, that(wie er dein Könige Salomo zusaget?, 1. Kön. 9,3: Ich habediß Haus geheiliget, das du gebauet hast, daß ich meinen Namendaselbst hinsetze ewiglich, und meine Augen und mein Hertz sollenda sevn allewege). Jetzt aber ist Zion die gantze Welt. Denn woman an Gott glaubet, es sey an welchem Orte der Welt es wel-le, daselbst stehet und wird gesehen der Gott aller Götter in Zion.Es folget aber dieser Vers recht wohl auf den vorhergehenden,weil es nicht möglich ist, daß ein Fürst in dem Namen des Herrnüber seine Feinde könne erhöhet werden, wo sein Hertze nicktvom Himmel herab gestarcket werde; daß er also in diesem Vcrstgleichsam die Ursache und die Art und Weise des vorhergehendenanzeiget.
V. 4. Er gedencke alles deines Opffers, und dein Brand-opffer müsse fett werden. Sela.
Wir sehen alhier, daß nur allein für einen guten und from-men Fürsten gebetet wird. Denn ein Gottloser betet nicht, daßer möge erhöret werden; er glaubet auch nicht, daß er möge vomHeiligthum gestarcket werden, ob er wohl ausserlich im Wecckeopffert, oder vielmehr sich nur stellet, 'als ob er opffere.
Unser Opffer ist, das wir Gott zur Zeit der Noch darbrin-gen, ein zerknirschtes Hertz und die Bekennrniß der Sünde, dasist, wir selbst, wenn wir zur Zeit der Noch zu Gott seufzen, dieTrübsal vor gerecht erkennen, die Tödtung unsrer selbst geduldigertragen, und uns Gott zu alle dessen Willen bereit darstellen.
V. Z. Er gebe dir, was dein Hertz begehret, und erfülle alledeine Anschlage.