236 Aus dem neunzehnten Psalm.
es das Fleisch. Und es folget mit Recht auf die Furcht das Ge-richte, damit dem gottlosen Fleische dasjenige widerfahre, was esfürchtet. Es fürchtet sich aber vor dem Gerichte des Gesetzes; undwenn es damit gerichtet und getödtet ist, alsdenn fangt der neueMensch, der inwendig durch den Glauben geboren ist, an, diesesGerichte zu lieben und zu loben, und dasjenige wird ihm ange-nehm, was zuvor im Fleische beschwerlich war.
Zum zwölften: Sie sind allesammt gerecht. Der Verstanddieser ist: Die Gerichte des Herrn sind durchgangig gerecht. Wel-ches deßwegen gesagt wird, weil sie solche Gerichte sind, die wahrsind, und die immerdar an dem Fleische etwas zu richten finden,nnd also dasselbe mit Recht richten, und eben dadurch gemachendie, so sie lieben, und die da erkennen, daß sie gerecht sind. Inden Augen aber derer, die sie hassen, sind sie ungerecht, weil sieauch nicht einmal durch diese wollen gerecht werden. Hingegenbey den Heuchlern sind sie auf eine erdichtete Weise gerecht.Denn sie machen sie zwar gerecht, aber nicht alles, denn die Heuch-ler wollen nur durch dasjenige gerichtet und gerechtfertiget wer-den, was sie selbst erwählen.
Der zwanzigste Psalm.
Ein Psalm Davids, vorzusingen.
V. 1. 2. Der Herr erhöret dich zur Zeit der Roth, der Namedes Gottes Jacob schützet dich.
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alle Ausleger erklaren diesen Psalm von Christo. Miraber scheinet diese Erklärung etwas weiter abzugchen, als daßman sagen könnte, sie folge dem Buchstaben. Derohalben istmeine einfaltigere und deutlichere Erklärung diese, daß ich dafürhalte, dieser Psalm sey eine allgemeine Litaney und öffentlichesGebet für die Obrigkeiten und diejenigen, die am Nuder sitzen,für welche der Apostel Paulus (1. Tim. 2, 1. 2.) befühlet, vorallen Dingen zu bitten, daß wir ein geruhiges und stilles Lebenführen mögen. Derohalben macht der Psalm auch gleich damit