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4 (1827)
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Aus dem neunzehnten Psalm.

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Gebot des Herrn mit allen ihren Wünschen überein. Denn diesehaben erleuchtete Augen, welche deutlich und klar diejenigen Dingesehen, die wahrhaftig zu lieben und mit Ernste zu hassen seyn.

Ehe wir aber weiter gehen, und damit wir nicht langer inZweifel gelassen werden, so fragen wir: Auf was Art und Weisewir darzu gelangen können, daß das Gesetz bey uns unbefleckt,ein getreues Zeugniß, eine richtige Gerechtigkeit, ein auserwahl-tes Gebot, eine keusche Furcht, wahrhaftes Gerichte werde, undwas Art auch das übrige bey uns eintreffe, was von dem Gesetzegesagt worden, und noch wird gesagt werden? Ich antworte:Man gelanget nimmermehr darzu, wenn man das Gesetz blosthun will, und sich mit denen Wercken Mühe giebt, weil esdurch Wercke und unser Bemühen nicht erfüllet wird, sondernwenn man an seinen Wercken und Bemühen zweifelt. Denndas Gesetz kann uns vor seiner Erfüllung kein Vergnügen lei-sten, sondern nach seiner Erfüllung. Da nun aber die thörichtenWerckheiligen mit ihren Wercken nur dieses thun, daß sie dasGesetz erfüllen mögen, und sie niemals an sich selbst verzweifeln:so werden sie nothwendig darüber müde, und arbeiten vergeblich.Denn so lange sie dasjenige bey sich nicht finden, damit sie derForderung des Gesetzes können genug thun, lassen sie nichr ab,ihre Wercke fortzutreiben und dadurch werden sie immer unru-hig, und unterlassen dabey, nicht das Gesetz zu hassen. Also er-schöpffet sie das Gesetze und mattet sie ab, bis es sie in Ewig-keit verzehre.

Welche aber ihr Unvermögen erfahren haben, und bekennen,daß man der Forderung des Gesetzes unmöglich Genüge leistenkönne, die verzweifeln an sich selbst, und nehmen zu Christo, derallein das Gesetz erfüllet hat, ihre Zuflucht; sie hören ihn undglauben an ihn, als welcher des Gesetzes Ende ist zur Gerechtig-keit allen, die an ihn glauben, Röm. 1t>, 4. Wer nun so gesin-net ist, der empfahet ohne alle seine Wercke, und ohne einigesGesetz, umsonst, durch seine Demuth und Glauben, den HeiligenGeist, welcher nicht durch die Wercke, sondern allein durch dieGnade seiner Kraft eine neue und süsse Lust der Liebe entzündet,und machet, daß man die Lust, so im Gesetz verboten, hasset.Wenn dieses geschehen, so schauet der Wille, der nun gantz ver-ändert worden, auf das Gesetz des Herrn, und flehet, daß selbi-ges eben dasjenige verbeut und gebeut, was der Wille selbst, dervom Geist entzündet worden, verlanget und liebet. So geschieheres denn, daß er das Gesetz, weil es in allen Stücken mit seinem

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