Aus dem neunzehnten Psalm.
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Prophet hier dem Gesetze beylegt. Denn ehe das Gesetz desHerrn geistlicher Weise verstanden wird, so macht es die Gewis-sen sehr unruhig und verwirrt, und mattet es durch viele Um-schweife derer Wercke ab, indem sie der Gerechtigkeit des Gesetzesnachjagen, und dennoch zur Gerechtigkeit des Gesetzes nicht kom-men.
Derowegen ist das sechste, daß es die Hertzen fröhlich macht;da es hingegen bey dem Fleische gleich das Gegentheil thut.Denn der Buchstabe tödtet und beschweret die Hertzen, indem sieempfinden und erfahren, daß der Anforderung des Gesetzes durchkeine Kräfte, noch Wercke ein Genüge kann geleistet werden, undje mehr sie sich bemühen und Wercke thun, desto mehr verstehensie, daß sie des Gesetzes desto grössere Schuldner sind. Oder, wennsie sich ja in diesem Stücke nicht angsten, so freuen sie sich hin-gegen aus eitlem und verkehrtem Vertrauen aus ihre Wercke,weil sie ihr Vergnügen nicht an Gott, noch an einem reinenGewissen, noch an dem Gesetz des Herrn haben, sondern an sichselbst. Welches nicht eine Freude des Hertzens ist, sondern desLeibes und derer Sinnen, da indessen dennoch ihr unruhiges Ge-wissen inwendig bey ihnen verborgen steckt, das zu seiner Zeitaufwachen wird, gleichwie auch die Zeugnisse weise machen, nem-lich die, so auf den Buchstaben stoltz thun, in welchem sie sichweise zu seyn düncken. Denn so lange das Gesetz noch Buchstabeist, so wirckt es allezeit eines von beyden angezogenen Stücken;denn entweder bekehret es nur zum Schein, oder in der Thatund Wahrheit kehret es mehr ab. Also giebt es entweder eineerdichtete Weisheit, oder es macht noch grössere Narren. Alsowircket es auch eine grössere Scheinfreude, die man sich selbst er-dichtet, oder es betrübet desto mehr. Also berühret hier der Hei-lige Geist die drey Verhaltnisse des Gesetzes, indem er nichtschlechthin sagt, es bekehre, sondern er setzt hinzu, die See-len. Also laßt er sich auch nicht daran begnügen, daß er sagt:Es macht weise, sondern setzt darzu, die Albern. So auchin dem Worte: Es macht fröhlich, nicht alles ohne Unter-schied, sondern die Hertzen. Eben dieses werden wir auch beyden folgenden Worten anmercken. Denn er zeiget hiemit einedreyfache Art von Leuten an; einige, die unwissend sind; andere,die es wissen, und doch hassen; und endlich solche, die es wissen,und das Gesetze lieben.
Zum siebenten: Das Gebot des Herrn ist lichte. Mich dun-cket, die Ausleger haben dasjenige: lichte, gegeben, was im