Aus dem neunzehnten Psalm.
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gen, die Ohren und alle Kräfte; aber das Hertz ist nicht recht-schaffen vor Gott, noch der Geist aufrichtig. Derowegen, damitnicht jemand meyne, das Gefetz werde in diesen Versen schlech-terdings gelobet: so ist nöthig, daß man darunter verstehe, dasGesetz sey erst durch den Glauben ein solches Gesetz, wie es Da-vid rühmet, worden, nicht aber, daß es allein vor sich selbst der-gleichen thue und wircke. Das Gesetz thut nicht dergleichen; son-dern es wird zu einem solchen Gesetze gemacht durch die Warmeder Sonne, welche im Glauben an das Wort aufgehet. Es wird,sage ich, zu einem solchen Gesetze in uns, in welchen es vor demGlauben gantz umgekehret war. Denn in diesem Verstände kannman deutlich verstehen, daß das eine Frucht des EvangelischenGlaubens sey, wenn das Gesetze beliebt wird, und eine solcheGestalt gewinnet, wie sie hier beschrieben wird.
Zum dritten heißt das Gesetz ein treues Zeugniß des Herrn.Es ist kein Zweifel, daß durch das Zeugniß des Herrn eben das,was durch das Gesetze verstanden werde, gleichwie auch durch diefolgenden vier Worte, da es genennet wird, Gerechtigkeit, Ge-bot, Furcht, Gerichte, ob sie wol alle ihre besondere Ursachen ha-ben, warum sie dem Gesetze beygelegt werden. Denn Gesetz hatseinen Namen von Lehren und Unterrichten, weil es uns dasje-nige lehrt, was wir nicht wissen. Ein Zeugniß vom Zeugen, weiles gleichsam ein Kennzeichen oder Denckzettel, welcher uns durchandere, als durch Zeugen und Boten, von demjenigen ist gegebenworden, der abwesend, und nicht sichtbar ist. Von den übrigenNamen wollen wir an ihrem Orte handeln, und uns mit denAnmerckungen über diese beyde begnügen lassen.
Denn das Gesetz macht durch seinen Unterricht: Ilmmim,das ist, gute, unschuldige Leute, und bekehret die Seelen; jedochmuß es im Geiste gelehret werden. Es heißt ein getreues Zeug-niß; denn ob es wol ein Zeugniß eines, der abwesend und nir-gends sichtbar ist, so hintergehet und betrügt es doch nicht. Dennes wird nicht vergeblich erfüllet, und unser Werck ist bey demje-nigen nickt in Vergessenheit, der nicht gesehen wird. Denn aufdiese Weise glaubt der Glaubige, daß das Zeugniß getreu sey,welches doch sonst eine Ursache zu seyn pflegt, die Menschen, we-gen ihrer Treue verdachtig, hernach auch trage zu machen in Er-füllung ihrer Treue. Denn die Menschen, handeln miteinanderauf Griechische Treue und Glauben, das ist, betrügen sich, undwollen nichts eher glauben, bis sie es sehen. Und auf diese Artist dieses ein treues Zeugniß, nicht nur daß es für treu
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