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4 (1827)
Entstehung
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227
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Aus dem neunzehnten Psalm. 227

nicht am Gesetze, sondern an den Affekten liegt. Gleich als wenner Christum und Mosen mit einander vergleiche, und spräche:Mosen haßten sie ehemals und flohen vor seinem gläntzenden An-gesichte; endlich verfolgten sie ihn gar mit Steinen, und murre-ten immerdar wider ihn. Denn in diesen ist vorgebildet worden,wie sich das Gesetz und der böse Affect oder Begierden gegen ein-ander verhalten. Denn Moses war in der That der allersanft-müthigste Mann auf der Erden, 4. Mos. 12, 3. (wie es eigent-lich nach dem Ebräischen lautet), welches sie doch nicht erkann-ten. Und so ist auch das Gesetz des Herrn sehr liebreich; es ver-stehet solches aber die Bosheit unsers Hertzens nicht, bis daß aufdie Stimme des Bräutigams die Bosheit von selbigem hinweggenommen, und ihm der Geist gegeben, und so dann das Gesetzerkannt und geliebet wird.

Derowegen, ob er wol vom Gesetz des Herrn redet, welchesder Buchstabe ist, so in denen zehen Geboten geschrieben ist:gleichwol redet er von dem Gesetze nur in so ferne, als es gelie-bet und bereits von dem Buchstaben ab - und auf den Geist ge-zogen worden. Denn so hat der Herr, Jer. 31, 33., verheissen:Ich will mein Gesetz in ihr Hertz geben, und in ihren Sinnschreiben. Welches der Prophet anzeiget, wenn er spricht: DasGesetz ist unbefleckt, das ist, aufrichtig, unschuldig; welches soviel ist, als, (wie es nach dem Ebräischen Worte: Temima, lau-tet), welches fromm und unschuldig machet. Es thut aber dasGesetze dieses nicht, es werde denn mit dem Finger des HeiligenGeistes geschrieben und durch die Wärme des Wortes gelehret;deßwegen hat der Prophet von der Wärme in dem vorhergehen-den Vers gedacht.

Wir haben aber sonst bereits zur Genüge gesagt, daß da?Gesetz nur ein purer Buchstabe sey, es mag nun geschrieben, aus-gesprochen, oder verstanden werden, so lange, bis es geliebet wird.Und dieses kömmt nicht vom Gesetze selbst, wenn es lehret, her,sondern von der Wärme, so da gerecht macht und die Seelen be-kehret. Kurtz: der Prophet schreibet in diesen Versen dem Gesetzeso treffliche Aemter, daß es nemlich unbefleckt sey, oder (wie wires vorher aus dem Ebräischen erkläret haben), unschuldige Leutemache, daß es die Seelen bekehre und dergleichen mehr, auf keineandere Weise zu, als damit er selbiges unterscheiden möge vondem Gesetze, so ohne das Wort des Glaubens und ohne die Hitzedes Geistes gelehret wird, indem dieses nur beflecket, die Seelenabkehret, Ungläubige und Thoren macht. Daß also alles, was er

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