Druckschrift 
4 (1827)
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217
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Der vierzehnte Psalm.

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noch zu allem Wercke nöthig sey, indem sie uns einen allgemei-nen Glauben erdichten, der nur in einer Fertigkeit bestünde (deraber in dieser seiner Fertigkeit schnarchet, ja vielmehr gar todtist), weil er nur zu gewissen Zeiten die Thatlichkeit zu glauben ansich erzeigte. Denn sie mögen doch sagen, was vor eine Zeit siedieser Thatlichkeit des Glaubens bestimmen wollen? Vielleicht nurdie Zeit, da man nach selbigem fraget? 'Alleine es hat sie eineallzugrosse Thorheit eingenommen, nach welcher sie den Glaubenund sein Werck mit der Ausübung derer übrigen Tugenden ver-glichen und dafür gehalten haben, weil wir nicht zu allen Zeitenbeten, lesen, die Armen besuchen, denen Schwachen helfen, ja,kein einziges Werck stets und ohne Unterlaß thun können, so halteauch der Glaube dergleichen Abwechselungen; bisweilen sey ertbatig, bisweilen ruhe er. Sie verstehen also nicht, daß bey allerAbwechselung derer Wercke einerley Glaube bleibe, der da beyallen Wercken glaubet und Gott vertrauet, daß er ihm gefalle,oder vielmehr, daß er verzeihe und gnadig sey.

Derohalben sind alle Wercke im Glauben gleich, wie sieuns vorhanden kommen. Denn selbst der Glaube allein ist dasHauptwerck unter allen Wercken. Wo aber ein Unterschied un-ter denen Wercken ist, da mangelt entweder der Glaube, oderes scheinet nur in denen Augen der Unweisen ein Unterschied un-ter den Wercken zu seyn. Denn einem, der an Gott glaubet,gilt alles gleich, er mag fasten, oder beten, oder seinem Bruderdienen; denn er weiß, daß er in allen Gott dienet und ihm gleichwohl gefalle, ob die Wercke groß oder klein, köstlich oder geringe,lang oder kurtz seyn. Und eigentlich erwählet er sich gar keinWerck, hingegen verwirft er auch keines; sondern er thut, wieSamuel spricht, was ihm unter die Hand kommt. Wo aber derGlaube nicht ist, da ist man eifrig und macht sich erbärmlich vielzu schaffen mit Unterscheidung, Erwahlung und Verwerfung derWercke, indem dergleichen Leute aus thörichtem und gottlosemWahn glauben, sie würden mit diesem Wercke Gott weniger,mit jenem mehr gefallig seyn. Und es ist unglaublich, was vorein verborgenes, tiefes und großes Uebel dieses Laster des mensch-lichen Hertzens sey, daß es sich nicht allein mit guten Werckenschmückt und unterhalt, bis es gantz und gar auf eine unheilbareund verzweifelt böse Weise verkehrt wird, sondern daß es sichauch mit dem Titel und Kostbarkeit des Glaubens, dem es schnur-stracks zuwider streitet, theils gegen andere viel weiß, theils beysich sechsten schmeichelt. David bittet darwider im .51. Psm.,