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4 (1827)
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Der vierzehnte Psalm.

fem stehen, sie mögen göttlich oder menschlich seyn, hält.- alsothut auch derjenige nichts, der alle gute Wercke thut und diebösen unterlaßt, wenn er nicht an Gott glaubet. Sintemal,gleich wie das erste Gebot das Maaß, die Regel und Richtschnurund die Kraft aller andern Gebote ist, an welchem, als an demHaupte, alle Gliedmaassen hangen, leben und beweget werden:also ist der Glaube als das Werck des ersten Gebots, das Haupt,Leben und Kraft derer andern Wercke alle, und in Wahrheit das-jenige allgemeine, thatige, welches alles in allen ist, also, daßkein Werck gut ist, wo es nicht von dem Glauben gewircket undmit diesem, als mit einem Sauerteige, durchmenget worden.

Der Glaube aber kann auf keinerley Weise Glaube seyn,wo er nicht ist eine lebhafte und unbezweiselte Meynung, ver-möge deren ein Mensch gewiß ist über alle Gewißheit, er gefalleGott, er habe einen Gott, der ihm gewogen sey, und vergebe inallem, das er thut oder vornimmt, oder Gott sey ihm gnädigim Guten, und vergebe ihm im Bösen. Denn was ist derGlaube, der nicht eine solche Meynung ist? Als ein solchesWerck hat ihn der Apostel Paulus, Ebr. 11, mit vielen Exem-peln bewiesen. Und wenn Christus im Evangelio ein Wunderthun wollte, so forschte er insgemein erst darnach, ob die Leuteauch glaubten, daß er es thun könne und wolle. Um eben derUrsachen willen wird von ihm geschrieben, Matth. 13, 57: erhabe in seinem Vaterlande nicht viel Wunder thun können, umdes Unglaubens willen derer Einwohner. Und er selbst sagt, Cap.17, 20, seine Jünger hätten um ihres Unglaubens willen denTeufel aus dem Mondsüchtigen nicht austreiben können.

Hieraus kann man verstehen, woher der Spruch Pauli zuden Römern 14, 23, geflossen, da er spricht: Alles was nichtaus dem Glauben gehet, das ist Sünde, und zum Tito 1, 15:Unrein ist beydes, ihr Sinn und Gewissen. Warum? Weil sieUngläubige seyn, indem der Glaube allein das Hertz reiniget, Ap.Gesch. 15, 9, und alle Gebote Gottes erfüllet. Und Sirach am32, 27: Was du vornimmst, so gläube oder vertraue Gott vongantzem Hertzen; denn das ist Gottes Gebot halten. Das magman wohl mercken: In allem deinem Wercke gläube, (fo lautetder angezogene Spruch nach der Lateinischen Bibel) und derGlaube ist, wenn man Gottes Gebote hält.

Derohalben thun diejenigen sehr grossen Schaden mit ihrerLehre, welche sich für erleuchtete Lehrer des Glaubens ausgeben,und gleichwohl leugnen, daß dieser Glaube weder in allem Wercke,