Auö dem achten Psalm. 211
verdrießliche Menge dieser Trübsalen und Anfechtungen von sichhinweg treibe.
V. 11. „Es müssen alle meine Feinde zu schänden werdenund sehr erschrecken, sich zurücke kehren und zu schändenwerden plötzlich.
Will jemand durch die Uebelthater und Feinde die Teufelverstehen, der mag es auch thun, welche Teufel zur Zeit dieserfahrlichen, grossen Anfechtung hefftig anhalten und zur Verzwei-felung dringen, die alsdann denen leidenden Menschen gute Werckevorhalten, welche, so sie einer gethan hatte, würde er zu verzwei-feln keine Ursache haben. Und solches thun sie, auf daß sie alsodie Verzweiflung durch Vermessenheit, und Vermessenheit durchVerzwcifelung bestätigen, und indeß also mit solchem gottlosenSchein die Seele einnehmen, auf daß sie mit rechtschaffener Gott-seeligkeit des Glaubens und der Liebe Gott nicht ehren, noch prei-sen um feiner Güte und Barmhertzigkeit willen.
Ich aber halte, daß der Prophet wider die Heuchler undfalschen Heiligen rede, die der rechtschaffenen Gottseligkeit Feindesind, und verdreußt ihn, daß er sie gehöret und erkannt habe,wie sie so viel Leute mit ihrer Unwissenheit und falschem Scheinmit sich in die Grube ziehen; vor welchen uns Jesus Christus,der Sohn Gottes, unser Heiland und Seligmacher, gnadiglichwolle bewahren. Amen.
Aus dem achten Psalm.
V. 3. „Aus dem Munde der jungen Kinder und Sauglingehast du eine Macht zugerichtet."
Dieser Vers ist ein gemeiner Spruch, der da zu verstehenist von allen, die eines einfaltigen, aufrichtigen Hertzens sind,auch in weltlichen Sachen nicht klug sind, nemlich die Kinder desLichts; welcher Geschlecht, weil es sich in kein Alter einspannenlaßt, reimet sichs sehr mit den Kindern, sondern wird zu allerZeit und in allem Alter gefunden; nicht allein darum, daß sie aufdiese Weise einfaltig und rechtschaffen sind, fondern auch darum,daß sie mit ihrer Einfaltigkeit und Unschuld die Einsaltigkeit des
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