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4 (1827)
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Der sechste Psalm.

er wiederum ohne Unterlaß. Denn so spricht er: Fürchtet ihrseinen Zorn, so verzweifelt nicht, seyd guten Muchs, vertrauet,wohl allen, die auf ihn trauen. Denn darum schrecket sein Zorn,auf daß er Ursache gebe, ihm zu vertrauen.

»5.

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Der sechste Psalm.

^)ie Worte dieses Psalms mag wol der sprechen, der in Todes-nöthen liegt, und alle, die im Gewissen der Höllen Schmertzenfühlen, und dadurch gepeiniget und gequalet werden, wie es dieWorte fein mit bringen und von sich selbst anzeigen.

Man soll aber nicht gedencken, daß alle Christen mit derAngst und schwerem Creutz, davon dieser Psalm redet, angefoch-ten werden; denn nicht alle mit einerley Trübsal bewahret wer-den, wie wol Gott alle mit vielem und mancherlei) Trübsal undAnfechtungen versuchet. Doch müssen wir auch etwas lernen unddavon wissen, auf daß, wenn uns Gott dermaleinst mit diesemCreutz und Anfechtung bewahren will, daß wir alsdenn geschicktsind, dieselbige anzunehmen und fröhlich durch Gottes Hülfe sieüberwinden.

V. 2. „Ach Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, und züch-tige mich nicht in deinem Grimm."

Erstlich saget er.- Strafe mich nicht, darnach: Züchtige michnicht, welches er redet nach gemeinem Brauch, wie es unter denLeuten pfleget zuzugehen; erstlich klaget man einen Uebelthateran und strafet ihn; darnach, wenn das Urtheil gefallet ist, wirder um seine Missethat willen gezüchtiget. Wie es auch mit denKindern zugehet: erstlich, wenn sie übel gehandelt haben, straftman sie, darnach werden sie gestaupet.

Diese Strafe aber des Hertzens im Geist, davon er hierredet, ist die Furcht und das Erschreckniß des Gewissens vor demGericht Gottes, welche Furcht und Erschreckniß Christus im Gar-ten für uns gelitten hat, wie Jesaias, Cap. 53, 11., von ihmschreibet: Seine Seele hat Angst und Mühe gehabt. Und daChristus ansieng zu trauren und zu zagen, sprach er, Matth. 26,38: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Da fühlet die