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4 (1827)
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Der zweyte Psalm.

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nicht thun, so wird er zornig werden auf eure Gerechtigkeit, undihr werdet umkommen auf dem Wege.

Darum ist meine treue Vermahnung: Eilet, gebet Ende,nehmet Christum auf, küsset und huldet ihm, und ergebet euchmit allem, das ihr habt, unter ihn, auf daß ihr durch seinenZorn nicht aufgeraumet werdet. Daß ihr aber euch nicht selbstbetrüget, als sey sein Zorn noch ferne, so wisset, daß sein Zornbald wird anbrennen; er wird plötzlich kommen, ehe ihr es ge-mennet hattet, wie Christus von dem bösen ungetreuen Knechtsaget im Matth., Cap. 24, 48 — 50: So der böse Knecht wirdin seinem Hertzen sagen: Mein Herr kömmt noch lange nicht,und sähet an zu schlagen seine Mitknechte, isset und trincket mitden Trunckenen, so wird der Herr desselbigen Knechts kommen,an dem Tage, da er sichs nicht verstehet, und zu der Stunde, dieer nicht meynet :c. Und zu den Thessalonichern, 1, Epist. 5, 2, 3.,spricht St. Paulus: Ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag desHerrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wennsie werden sagen.- Es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wirdsie das Verderben schnell überfallen ?c.

Derohalben ist das eine schreckliche Drauung, da er spuckt:Sein Zorn wird bald anbrennen. Denn wo Gottes Zorn so plötz-lich angehet und einher fallet, wer will da retten? Da wird nie-mand seyn, der uns helfen könne. Daß wir aber nicht gar ver-zweifelten und allzu sehr erschrecken, setzet er gar einen tröstlichenSpruch zum Beschluß, und saget: Aber wohl allen, die auf ihntrauen. Das ist Summa Summarum: Wer seinen Trost, Ver-trauen und Glauben auf diesen König setzet, der hat keine Noth,er ist schon von diesem Zorn errettet, ihm kann nichts schaden;denn darum hat er gelitten, darum ist er auferstanden von denTodten, darum ist er zu einem König verordnet, und darum hater auch alles zum Erbe empfangen, auf daß er könnte selig machenalle, die auf ihn vertrauen und sich aller Gnade zu ihm tröstlichversehen. Solches Vertrauen machet allein rechtfertig, ohne desGesetzes Werck, wie St. Paulus lehret, Röm. 3. und Galat. 2.und Cap. 3. Aber solches Vertrauen ist schwerlich zu haben, sin-temal so viel Widerwärtigkeit und Anfechtung darwider strebet,und so viel Wohlfahrt davon reitzet. Darum, wohl denen, diesich an dem nicht ärgern, welches ein Werck ist, göttlicher Gnadeund nicht menschlicher Kräfte.

Da stehest du nun, wie der gütige Geist Gottes nicht im-merdar dräue und erschrecke, sondern, die erschrecket sind, tröstet