Jesaia 4(1.
Was er oben gesagt hat, v. 2, die Ritterschaft hat ein Ende,eben das sagt er anjetzo mit andern Worten und Figuren. Denndie durchs Gesetz zur Gerechtigkeit kommen wollen, die treten aufeinen ungleichen und höckrichten Weg, auf welchem sie nimmer-mehr zur Gerechtigkeit gelangen; das haben wir unter dem Pabsterfahren. Keine Wercke, keine Gottesdienste, keine Verdienstewaren für die bekümmerten Gewissen hinlänglich, sie zitterten alle-zeit, sie furchten sich immer, allemal hatten sie was an ihrenWercken auszusetzen. Also ist der Weg des Gesetzes nicht alleinkrumm und ungleich, der uns durch lange Umschweife immerweiter und weiter von Christo abführet, sondern ist auch rauhund steinicht, daß das Hertz, oder der Leib niemals ruhig seynkann-, so sind alle Wesen ausser der Gnade beschaffen. DasEvangelium aber und die neue Predigt, welche auf die geendeteRitterschaft folgen, ja, die der Ritterschaft ein Ende machen wird,diese zeiget einen ebenen Weg, nemlich an Christum glauben, ohneGesetz, hernach dem Nächsten dienen. Dieser Weg hat nichtsrauhes, deßwegen, weil er das Gewissen ruhig macht, und erhat auch keine Krümme, weil die Lehre richtig und gerade ist.Also beschreibet der Prophet aufs beste die Lebensarten, die aus-ser der Gnade sind, und zeiget den rechten Weg, der allein zurGerechtigkeit führet, und der ist die Lehre des Glaubens, welcheChristum vorträgt.
V. Z. Die Herrlichkeit des Herrn soll offenbaret werden.
Die rauhen und krummen Wege unserer Gerechtigkeit rich-ten ihre Siegszeichen auf, machen hoffärtige Leute, blasen auf.Aber diese Lehre offenbaret des Herrn Herrlichkeit, machet unszu Sündern und rühmet den Herrn als einen Erretter, oderErloser.
Und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß desHerrn Mund rede.
Es ist ein Nachdruck in dem Wort: des Herrn (daß desHerrn Mund rede), als wollte er sagen: Vorher hat der MundMösts, des Knechts, geredet; das Evangelium aber soll zwardurch Menschen Mund gelehret werden, aber selbiger Mund istnicht mehr eines Menschen Mund, sondern der Mund des HerrnChristi, der Gott ist und im Evangelio redet.
V. 6. 7. Es spricht eine Stimme: Predige. Und er sprach:Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Heu und alleseine Güte ist wie eine Blume aus dem Felde. Das
IV.