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und blos an der Empfahung des Zwiefaltigen von der Hand desHerrn hangen, nebst einer einfaltigen Bekenntniß unserer Schuld.Wenn du willst, Herr, Sünde zurechnen, wer wird bestehen?Ps. 130, 3. Gleichwie Paulus spricht: Ich achte alles fürSchaden gegen der überschwenglichen Erkenntniß Jesu Christi,meines Herrn, um welches willen ich alles habe für Schadengerechnet, und achte es für Dreck, auf daß ich Christum gewinneund ihm erfunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit,die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christumkömmt, nemlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zu-gerechnet wird, Phil. 3, 8, 9. Das ist endlich der Weg desHerrn, nemlich die Gerechtigkeit Christi, und nicht die Gerechtig-keit unserer eigenen Wercke. Wenn diese stehet, so muß not-wendig alles fallen, was überall von Klostergelübden, von Got-tesdiensten, von Wercken w., vorhanden ist. Denn wenn Chri-stus die Gerechtigkeit ist, was sind unsere Wercke? Das Gesetzaber und die guten Wercke sollen einen andern Nutzen haben;denn das Gesetz dienet zur Zucht des Fleisches und zu bürgerli-chen Sitten. Denn im Fleisch soll das Gesetz, im Gewissen aberund im Geist soll die Frevheit regieren, wie ich bereits oben er-innert habe.
V. 4. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und
Hügel sollen geniedriget werden.
Was nunmchro folget, sind allegorische Redensarten. DerProphet deutet damit an, daß diese Stimme des Ruffers die Ab-schaffung des Gesetzes verkündiget und alle gleichdurch der Sündebeschuldiget, sowohl diejenigen, welche die Gerechtigkeit des Ge-setzes haben, als andere, die ohne Gesetz sind. Die Berge sinddie Heiligen, die Thale die Sünder. Diesen wird gleichdurch dieStimme der Gnaden verkündiget; folglich sind sie ausser derGnade in Sünden. Gleichwie Petrus in der Apostelgeschichtesagt: Gott macht keinen Unterschied zwischen uns und den Her-den. Nun erfahre ich in der That, daß Gott die Person nichtanstehet, Apostelg. 10, 34., also ist hier, bey der Predigt desEvangelii, kein Heyde noch Jüde, kein Weiser noch Thore, Gal.3, 28., sondern sie haben alle gesündiget, Röm. 3, 12. Ferner,so stossen sich die Jüden an diese Predigt, die den Tag über derSonnen Hitze getragen haben, wie im Evangelio stehet, Matth.20, 12.:
Und was ungleich ist, soll eben, und was höckricht ist,
soll schlecht werden.