Druckschrift 
4 (1827)
Entstehung
Seite
61
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Jesaia 40.

Himmel von der Erde abgesondert ist, so weit sollen wir das Ge-setz vom Gewissen absondern. Denn das Gesetz kann im Gewis-sen nichts anders thun, als schrecken, die Sünde mehren undtödten. So geHörer demnach das Reich des Gewissens allein zurGnade, welche uns Christum vortragt, der für uns gelitten hat.Das Gesetz aber muß auf den Leib und auf die ausserlichen Glie-der verwiesen werden, damit es eine Regel und Richtschnur derausserlichen Pflichten sey. Das ist der wahre und eigentlicheNutzen des Gesetzes. Die aber dasselbige zur Gerechtfertigungbrauchen, die mißbrauchen dasselbige zu ihrer Verdammniß. Dennweil das Gesetz von uns nicht kann gehalten werden, so klaget esuns stets an und schrecket. Derowegen ist Christus vonnöthen,der uns in diesem Schrecken mit seiner Gerechtigkeit tröste unddie Vergebung der Sünden umsonst und aus Gnaden anbiete.Ferner, so wird Christus allein durch den Glauben ergriffen; dero-wegen befreyet der Glaube allein von dem Schrecken des Gesetzes,und befriediget das Gewissen und machet gerecht.

Denn sie hatZwiefaltiges empfangen von der Hand des

Herrn um alle ihre Sünde..

Wir nehmen diese Stelle an von der Gnade. Denn wirwissen, daß bey Gott Vergebung sey, Psalm 130, 4. Und weilunsere Verdienste nichts sind, noch etwas seyn können, so bittenwir.- Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vordir ist kein Labender gerecht, Ps. 143, 2. Also erlangen wirSünder die Vergebung unserer Missetbat und das Ende unsererRitterschaft, (denn das ist das Zwiefaltige, so wir von der Handdes Herrn empfangen), nicht aus einigem Verdienste, sondernaus lauter Gnade. Und das können wir auch mit unserm Ex-empel bezeugen. Denn was haben wir unter dem Pabste, ehedas Licht des Evangelii aufgegangen, gethan? Wir haben Chri-stum gecreutziget, wir haben ihn verkaust um den Greuel der Mes-sen, wir sind Gotteslästerer gewesen, im Lehren und Leben habenwir die Gnade übern Hausen geworfen. Wir haben uns dieGottheit angemaasset, weil wir uns bemühet haben, durch unsereWercke die Vergebung der Sünde nicht allein für uns, sondernauch für andere zu erlangen. In Summa, wir sind auf vieleund unendliche Weise Gottes Feinde gewesen. Wollen wir unsdenn nun etwa rühmen, daß wir durch unsere Verdienste dieseüberschwengliche Gnade, die wir vorjetzo gemessen, verdienet ha-ben? Nein. Woher haben wir sie also denn? Jesaias spricht-hat Zwiefaltiges empfangen von der Hand des Herrn um