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Jesaia 40.
alle ihre Sünde. Dieses saget der Geist der Weisheit Gottes. Unddiese Lehre dienet überaus zur Anpreisung der Gnade und zurEhre Christi. Der Widersacher Lehre aber, welche den Werckendas Verdienst der Gerechtfertigung zuschreibt, thut der Ehre unddem Verdienste Christi Abbruch; derowegen ist sie gotteslästerlichund gottlos.
V. 3. Es ist eine Stimme eines Ruffers in der Wüsten, be-reitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eineebene Bahn unserm Gott.
Auf was Art und Weise aber empfangt man Zwiefältiges vonder Hand des Herrn? Er antwortet: Es ist eine Sitmme einesRuffers. Derowegen kann das Ende der Ritterschaft und dieVergebung derer Sünden nicht erhalten werden, als durch denDienst der Stimme, wie zu den Rom. 16, 14. stehet: Wie sol-len sie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? Wiesollen sie aber hören ohne Prediger? Darum sind das Schwarm-geister, die heut zu Tage das äusserliche Amt des Worts verach-ten, und lehren, ich weiß nicht was für Speculationen an ein-samen Oettern, da die Hertzen den Heiligen Geist empfangenwürden, das ist, den Geist des Teufels. Jesaias aber sprichthier, das sey der rechte und kürtzeste Weg, dadurch wir zur Er-kenntniß der Gnade kommen mögen, wenn wir die Stimme desNuffers hören. Denn wenn wir mit aufmercksamen Sinnen dasWort Gottes hören, alsdenn lassen die eiteln Sinne und Gedan-cken nach, und in den Hertzen herrscht allein das Wort, das manhöret. Andere, die ohne das Wort nur über hohe Dinge specu-liren, gleichwie die Wiedertäufer lehren, deren Hertzen brausenvon allen Arten der Schande und Laster. Denn fürs erste istes unmöglich, die Seele dermaassen von allen Gedancken leer zumachen, wie sie es fordern. Wo also nun nicht das Wort Got-tes, von welchem jene lehren, das man es nicht achten müsse,dein Hertz einnimmt, so werden dich andere müssige, oder auchwohl gottlose Gedancken einnehmen. Hernach, wie ist es möglich,daß diejenigen etwas heiliges dencken können, die sowohl dasWort nicht haben, als auch noch nicht geistlicher Weise ertödtetsind? Das ist eben des Heiligen Geistes und nicht eines Men-schen Wcrck. Derowegen unterrichte du dein Gemüth wider dieJrrthümer der schwärmerischen Leute also, daß dieses der Anfangund das einige Mittel sey, zur Erkenntniß der Gnaden und Evan-gelii zu gelangen, wenn man (wie der Prophet hier sagt), dieStimme der Prediger höret. Ferner, daß er spricht: eine Stimme