Jesaia 40.
von allem Tröste verlassen sind und die Trost bedürfen. Diesesind das leere und ledige Gefäß, das die Gnade fassen kann, welchediejenigen verachten, so sich auf fleischliche Hülfe stützen und des-wegen sicher leben. Also muß man durch den Gegensatz das Wort:tröstet, erklaren.
Spricht euer Gott.
Es ist auch hier ein wichtiger Nachdruck in dem pronomiue:euer, als wollte er fugen-. Ihr send nicht ohne Gott-, Gott hateuch nicht verworfen, wie euch euer Gewissen, das durch Vorstel-lung der Sünden erschrecket ist, oft vorwirft.
V. 2. Redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr.
In der Lateinischen Uebersetzung lautet es: Redet Jerusa-lem nach ihrem Hertzen. Nach dem Hertzen reden, ist freundliche,liebliche und angenehme Dinge reden, die das Hertz gerne höret,daß nemlich die Predigt des Evangelii auf das Seufzen desHertzens antworte.
Daß ihre Ritterschaft ein Ende hat.
Hier erklaret er die Worte des Trostes und die Predigt desEvangelii, welche lehren, daß die Ritterschaft ein Ende habe und daßdie Missethat vergeben sey. Ferner, so ist: Ritterschaft üben, oderKriegsdienste thun, so viel, als.- sich viel Mühe machen und seuf-zen unter denen Lasten und Gewalt des Gesetzes. Und das Le-ben im Kriege, oder die Ritterschaft, ist ein angstliches Leben, dawir uns bemühen, durch die Wercke dem Gesetze ein Genüge zuleisten. Sonsten wird das Wort Ritterschaft schlechthin ange-nommen für den Gottesdienst und die Religion. Daher heißtauch Gott der Herr Zebaoth, oder der Herr der Heerscharen.Weil aber hier dabey stehet das Pronomen: ihre, (ihre Ritter-schaft), so bedeutet es eigentlich die Religion, nach und unterdem Gesetze, daß dieselbe solle aufhören; daß also dieses ein Trost-wort für die Bekümmerten ist: Seyd nicht traurig! Lasset des-wegen den Muth nicht sincken, weil ihr eure Sünde empfindet.Die Ritterschaft hat ein Ende; ich kündige euch die Vergebungder Sünden an, daß, ob ihr gleich sündiget, dennoch wisset, dieGerechtigkeit Christi sey so groß, daß sie dich auch in Sünden er-halten kann. Aber dieses wird zu den Geplagten und Betrübtengesagt. So ist demnach alhier die Aufhebung des Gesetzes ange-deutet, mit welcher zugleich verworfen wird alles Thun, alleWercke, alle Gerechtigkeit, welche ausserhalb der Gerechtigkeit derGnaden ist. Allein, weil die Welt ihre Wercke und ihre Gottes-dienste nicht will verdammen lassen, deßwegen hasset sie uns, nen-