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Jesaia 35.
Weise sie es nur könne zu Wercke richten. Deßwegen nennet sichPaulus einen Fluch der Welt und ein Fegopffer aller Leute,1. Cor. 4. 13., das ist, ein solches Uebel, um dessen willen manmeynte, Gott würde Land und Leute deßwegen verfluchen undverderben, von welchem das Land müßte gefeget und gereinigetwerden, und das könne nicht anders geschehen, als mit unsermTode. Ist nun dieses einem Apostel widerfahren, was Wunder,wenn auch unser Name der Welt anstinckt und bei ihr höchst ver-haßt ist. Daher geschieht es, daß einer im Feuer, der andere imWasser umkommen muß, nicht um Ehebruchs, oder anderer der-gleichen groben Laster willen, welche die Welt auf uns nicht brin-gen kann, sondern weil wir den Namen Christi tragen und des-sen Worte folgen. Da nun also die Kirche dem Fleische nach ge-creutziget ist, so setzet der Prophet den Trost hinzu, damit dieFreude der Seelen den Schmertz des Leibes überwinden möge.Derowegen ist seine Ermunterung diese: Wohlan, es ist wahr,wenn einer die ausserliche Gestalt betrachtet, ihr seyd eine Wüste;aber werdet nicht müde, bringet eure Gaben zur Uebung. Dennweil der Teufel nicht nachlaßt mit seinen Anfallen, so lasset ihrnicht nach mit Beten und Trösten.
Und erquicket die strauchelnden Knie.
Brauchet die Mittel, die müden Hände zu stärcken und diestrauchelnden Knie, welche sich bereits zum Fall neigen, zu erqui-cken. Werdet nicht matt, brauchet das Wort und richtet euchauf :c. Demnach ist es ein Befehl an die Kirche, daß sie die Ver-suchung aushalten und nicht verzweifeln solle. Denn der Satanversucht die Frommen auf eine doppelte Weise. Fürs erste durchSturm, damit er sie gleichsam auf einmal verschlingen möge.Also fallt er einen jedweden unter uns öfters an, daß er unsvom Glauben und von der Hoffnung zur Traurigkeit und zurVerzweiflung bringe. Wenn er da das Hertz mit dem Wort be-vestiget findet, so lauft er gleichsam wider einen harten Steinan und sein Anfall gelinget ihm nicht. So gehet er denn einenandern Weg, und wenn es ihm mit Gewalt und Sturm nichtgelungen, so legt er sich auf List und halt mit der Versuchungan; gleichwie Cyprianus von etlichen Märtyrern schreibet, daßsie mit langsamen Martern sind gequälet worden, und da siegerne sterben wollten, hat man es ihnen nicht zugelassen, daß siestürben. Dieses Kunstgriffs bedienet sich auch der Satan widerdie Heiligen, und wenn er sie mit Gewalt nicht überwältigenkann, so sucht er sie müde und matt zu machen, damit sie unter